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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Kriegs- und Nachkriegskindheit in der Kinder- und Jugendliteratur der SBZ/DDR 69

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Rüdiger Steinlein (Berlin) Kriegs- und Nachkriegskindheit in der Kinder- und Jugendliteratur der SBZ/DDR I. Vorbemerkungen Die Tatsache, dass die DDR gewissermaßen auf den Bajonetten der Roten Ar- mee aus der Niederwerfung des NS-Staates und dem Übergangsgebilde SBZ heraus gegründet wurde und offiziell sich ebenfalls als Siegerstaat des Zweiten Weltkrieges verstand, hatte zur Folge, dass der Umstände ihres Entstehens und deren Vorgeschichte in äußerst einseitiger, selektiver Form gedacht wurde als Ergebnis nämlich eines heroischen Ringens der besten Kräfte der deutschen Ar- beiterklasse unter Führung der KPD im Verein mit der Roten Armee und d. h. wesentlich auch als Leistung des antifaschistischen Widerstandskampfes. Dieses Deutungsmuster war nicht nur für die staatsoffizielle Erinnerungskultur (bis hin- ein in die Gedenkstättenkonzeption) verbindlich, sondern auch für alle anderen Formen der Thematisierung dieses Abschnittes der jüngsten Vergangenheit. Darunter fallen selbstverständlich auch alle Beiträge der auf dem Territorium der SBZ bzw. v. a. der DDR (also nach dem 7.Oktober 1949, dem Gründungstag der DDR) entstandenen und publizierten Kinder- und Jugendliteratur, die auf den Nationalsozialismus (in DDR-Terminologie Faschismus oder Hitlerfa- schismus) und den Zweiten Weltkrieg bezogen war. Ich folgere daraus meine Hauptthese: Der Antifaschismus diente durchgängig als narrative Matrix zeitge- schichtlicher Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Der Antifaschismus bildet gewissermaßen den Quellcode dieses wichtigen Subgenres. Nun kurz einige Bemerkungen zu dem Ideologem des Antifaschismus, vor allem seiner (volks-) pädagogischen Funktion: Anti-Faschismus, also eine Nega- tivbestimmung als Kennzeichnung einer höchstbewerteten politisch-moralischen...

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