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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Kriegs- und Nachkriegskindheit in Autobiographien österreichischer Autorinnen und Autoren 93

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Ernst Seibert (Wien) Kriegs- und Nachkriegskindheit in Autobio- graphien österreichischer Autorinnen und Autoren Vorbemerkungen Bei einem Thema der Jugendliteratur1 wie dem der Kriegskindheit, das sich in den letzten Jahrzehnten, genauer und auf das Thema zutreffender gesagt, seit dem Erwachsenwerden jener Generation, die den Krieg aus der Sicht von Kind- heit und Jugend erlebt hat, zu einem kaum mehr überblickbaren Textkorpus ent- wickelt hat, stellt sich aus deskriptiver Sicht die Frage nach dem Unterschied zwischen Thema und Gattung. Was in diesen Jahrzehnten seit Mitte der sechzi- ger Jahre an einschlägigen Werken angewachsen ist, erhält scheinbar den Status einer eigenen Gattung und fügt sich damit zumindest rein quantitativ in das Gat- tungssystem einer Lesegeneration, wobei auch hier präzisierend mit Generation ein Nebeneinander von Großeltern-, Eltern- und Kindergeneration gemeint ist. Im Gegensatz zum Thema, das sei als Unterscheidungskriterium festgehalten, sollte die Gattung unabhängig von der Quantität ihrer Realisierungen eher als ei- ne formale, das Thema hingegen als eine inhaltliche Kategorie verstanden wer- den;2 das Thema hat im Gegensatz zur Gattung immer einen Anlass, hier einen, der seine Wurzeln in der Geschichte hat, und es hat ein Ziel, das in der Ent- wicklung von Geschichtsbewusstsein besteht. Vergleichbare Themen in der Kin- der- und Jugendliteratur sind die Dritte-Welt-Thematik, die Ökologiefrage, das Thema Behinderung (eigentlich das der gesellschaftlichen Reaktion, des Um- gangs mit Behinderung) oder das Thema der atomaren Bedrohung, wie es u. a. von Karl Bruckner in seinem Roman Sadako will leben (1961) oder Gudrun Pausewang in...

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