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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Kindheitsgeschichten aus dem Krieg als Cyberfiktion. Über „Kindergeschichten“ (2002) von Christoph Heuer 117

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Bernd Dolle-Weinkauff (Frankfurt am Main) Kindheitsgeschichten aus dem Krieg als Cyberfiktion. Über Kindergeschichten (2002) von Christoph Heuer Die reflektierende Auseinandersetzung mit Krieg, Holocaust, Nachkrieg und Kindheit um 1945 findet in unserem Kulturbetrieb in erster Linie in den Print- medien und den klassischen elektronischen Medien, Hörspiel und Film, statt. Dies hat, wie ich meine, u. a. etwas mit den Autorengenerationen zu tun, die die- se Auseinandersetzung geführt haben und führen: Es ist ganz normal, dass sie dafür Medien einsetzen, die ihnen vertraut sind, deren Codes sie beherrschen und mit denen sie sich auszudrücken verstehen. Bis vor nicht allzu langer Zeit durften diese Autorengenerationen auch davon ausgehen, dass sie diese gemein- same Medienerfahrung mit praktisch allen potentiellen Adressaten teilen. Dies hat sich geändert, seit wachsende Teile der kindlichen und jugendlichen Rezi- pienten die neuen digitalen Medien und das Internet präferieren und sich damit in einer Medienumgebung bewegen, die den am historischen Diskurs beteiligten Sachwaltern der Erinnerungskultur größtenteils nicht vertraut ist. Hans-Heino Ewers hat in jüngerer Zeit mit Blick auf den Bereich der Unterhaltungskultur da- rauf hingewiesen, dass die AutorInnen anspruchsvoller Kinder- und Jugendlite- ratur Gefahr laufen, ihr Zielpublikum nicht mehr zu erreichen, wenn sie sich nicht auf die Produktions- und Kommunikationsweisen einzustellen wissen, die durch die neuen Medien gesetzt werden. (Ewers 2000, 11) Die gleiche Proble- matik stellt sich jedoch auch im Hinblick auf die kinder- und jugendliterarische Vermittlung von kritischem historischem Bewusstsein und Einsichten in die we- sentlichen Vorgänge der j...

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