Show Less

Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

Series:

Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Jüdisches Kinderleben im Zeichen des Holocaust in Bilderbuch und Kinderbuch. Aspekte der Vermittlung eines schwierigen Themas 179

Extract

Heike Deckert-Peaceman (Ludwigsburg) Jüdisches Kinderleben im Zeichen des Holocaust in Bilderbuch und Kinderbuch. Aspekte der Vermittlung eines schwierigen Themas Jüdisches Kinderleben im Zeichen des Holocaust heißt zunächst und vor allem: Mord an über einer Million Kinder1, den Verlust und die Zerstörung dessen, was wir in modernen Gesellschaften mit Kindheit assoziieren2: Schutz und Fürsorge durch Erwachsene, Schonraum für ein unbeschwertes Aufwachsen ohne oder mit geringer Selbstverantwortung, Zeit für Spiel und Bildungsprozesse. Die Vermittlung von Mord ist schon an sich ein schwieriges Thema, weil der Inhalt „vorsätzliche Zerstörung menschlichen Lebens“ dem Vermittlungsge- danken, der mit Ethik und Hoffnung für das zukünftige Leben verknüpft ist, dia- metral entgegen steht. Diese Problematik verschärft sich, wenn es sich um Mas- senmord, besonders an Kindern, handelt. Richtet sich der Blick auf die Adressa- tengruppe entsteht ein Dilemma: Wie vermittelt man Kinder und Jugendlichen Massenmord an Kindern und Jugendlichen, ohne ihr Vertrauen in die erwach- sene Gesellschaft und ihre eigene Zukunft zu zerstören? Im folgenden möchte ich zunächst das Spektrum an jüdischem Kinderleben und seiner Zerstörung im Zeichen des Holocaust entfalten. Ich nähere mich die- ser Thematik zum einen aus historischer Perspektive unter besonderer Berück- sichtigung von Zeitzeugenerzählungen, zum anderen vor dem Hintergrund der neuen Kindheitsforschung. Hinzu kommt eine Studie zur Konstruktion von jüdi- scher Kindheit in der Holocaustliteratur, die ich als Interpretationsfolie für die von mir ausgeführten Schnittstellen zwischen literarischer Darstellung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.