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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Der Zweite Weltkrieg als Thema der tschechischen Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel ausgewählter Prosatexte 327

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Jana Baroková (Brno) Der Zweite Weltkrieg als Thema der tschechischen Kinder- und Jugendliteratur (am Beispiel ausgewählter Prosatexte) In diesem Beitrag befasse ich mich mit dem Werk von zehn tschechischen Auto- rinnen und Autoren sowie einer slowakischen Autorin, deren Werk ebenfalls ins Tschechische übersetzt worden ist. Alle Autoren haben sich in ihren kinder- und jugendliterarischen Werken anhand eigener Lebenserfahrungen mit dem Zwei- ten Weltkrieg befasst. In allen Titeln treten kindliche Protagonisten auf, deren Kriegserlebnisse im Zentrum der Darstellung stehen. Ich habe mich für eine chronologische Reihenfolge entschieden, die dem Alter der AutorInnen ent- spricht. Zdeňka Bezděková: „Říkali mi Leni“ Die älteste Autorin ist Zdeňka Bezděková mit ihrer Erzählung Říkali mi Leni (EA 1948; Man nannte mich Leni). Zdeňka Bezděková (geb. 1907 in České Bu- dějovice) studierte Tschechisch und Französisch an der Philosophischen Fakul- tät in Prag und an der Sorbonne in Paris. Mit der Novelle Říkali mi Leni hatte sie so großen Erfolg, dass die Erzählung in mehrere Sprachen übersetzt wurde. In ihrer Prosa gelang es ihr den schwierigen Stoff so geschickt zu bearbeiten, dass er Kinder nicht deprimierte, sondern sie begreifen ließ, dass man auch in schwe- ren Situationen siegen kann; sie ließ Kinder die Stärke und den Wert des menschlichen Charakters erkennen. In der späteren Novelle Štěstí přijde zítra (1960; Das Glück kommt morgen) versuchte Bezděková auch das weitere Leben ihrer Protagonistin zu schildern. Leni wächst in...

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