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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Die Darstellung der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie Kriegs- und Nachkriegskindheit in der realistischen ungarischen Literatur bzw. Kinder- und Jugendliteratur 349

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Sarolta Lipóczi (Kecskemét) Die Darstellung der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie der Kriegs- und Nachkriegskindheit in der realistischen ungarischen Literatur bzw. Kinder- und Jugendliteratur 1. Vorbemerkungen Für die heute lebenden Generationen weckt das Wort ‚Krieg’ unterschiedliche Assoziationen. Die Kriegsgeneration kennt Krieg und Kriegsfolgen aus eigener leidvoller Erfahrung: als militärischen Kampf, als Bürgerkrieg, als Vertreibung oder Flucht, als Zeit des Hungers, der Not, der Angst, der Bespitzelung, des Ver- rats. Die Kriegskindergenerationen kennen Krieg und Kriegsfolgen aus Lektüren und Erzählungen der älteren Generationen oder sie denken an die Kriege nach 1945: den Vietnamkrieg, den Nahost-Konflikt, an den Kalten Krieg zwischen den Supermächten USA und UdSSR und an viele lokal begrenzte, aber nicht minder grausame blutige Auseinandersetzungen um Land, Öl und Wasser, um Vorherrschaft, Autonomie, Freiheit und Menschenrechte. (Vgl. Lipóczi/Ennser 1996, 103) Ein nicht geringer Teil der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur versucht Zeitgeschichte und Erinnerungen zu dokumentieren und gleichzeitig eine Form der Kommunikation zwischen den Generationen herzustellen. In meinem Beitrag befasse ich mich mit verschiedenen Aspekten und Merk- malen der Darstellung des Zweiten Weltkriegs sowie der Kriegs- und Nach- kriegskindheit in realistischen ungarischen Kinder- und Jugenderzählungen so- wie in Romanen der ungarischen Allgemeinliteratur mit kindlichen oder jugend- lichen Protagonisten. Im Mittelpunkt meiner Analysen steht die Frage, welche Aspekte der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie der Kriegs- und Nachkriegskind- heit in den ausgewählten Romanen dargestellt und wie diese Darstellungen durch die herrschenden gesellschafts-politischen Verhältnisse geprägt werden. Zum besseren Verständnis stelle ich...

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