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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Die Darstellung der Kriegszeit in der ungarischen Kinderliteratur zwischen Realität und Märchenhaftigkeit 363

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Hajna Stoyan (Budapest) Die Darstellung der Kriegszeit in der ungarischen Kinderliteratur zwischen Realität und Märchenhaftigkeit Kurzer Rückblick auf die Traditionen der ungarischen Kinder- und Jugendliteratur Historische Kinder- und Jugendromane und -erzählungen gehören neben Lyrik und den (lyrischen) Märchen zu den populärsten Textsorten der ungarischen Kinderliteratur des 20. Jahrhunderts. Die beiden großen Epochen der histo- rischen Erzählprosa der Jugendliteratur waren die ersten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg T1 T sowie die Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges etwa bis Mitte der 70er Jahre. Die erste Epoche des historischen Kinderromans begann mit Géza Gárdonyis auch international be- kannten Werken Egri Csillagok (1901; dt.: Sterne von Eger, 1958) und A láthat- atlan ember (1907; dt.: Der unsichtbare Mensch, 1962). In den 50er Jahren, in der Zeit des Stalinismus (1948-1953) und auch in den Jahren danach, stellte die Kinderliteratur für viele Autoren in Ungarn einen Zufluchtsort dar. Es erwies sich für die Entwicklung der ungarischen Kinder- und Jugendliteratur als außer- ordentlich segensreich, dass sich die größten Dichter des Landes diesem Gebiet zuwandten. Der Literaturkritiker Vilmos Faragó schrieb schon 1971 über die Li- teratur der 50er Jahre: Es gab eine Periode in der Literaturgeschichte, deren künstlerische Ehre die Kinder- und Jugendliteratur rettete: die Kindergedichte, die László Nagy, Ágnes Nemes Nagy, István Kormos, János Pilinszky, Lőrinc Szabó, Sándor Weörös oder Zoltán Zelk schrieben […] und Jugendromane, die...

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