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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Die Literarisierung des Holocaust in den Erinnerungen von Roma Ligocka, Ida Fink, Alina Margolis-Edelman und Joseph Bainvoll 383

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Irena Światłowska (Wrocław) Die Literarisierung des Holocaust in den Erinnerungen von Roma Ligocka, Ida Fink, Alina Margolis-Edelman und Joseph Bainvoll Vor 1939 lebten in Polen über 3.000.000 Juden. Während des Zweiten Weltkrie- ges wurden 90% von ihnen Opfer der sogenannten Endlösung. (Vgl. Johnson 1993, 530) Bei der systematischen Ausrottung der polnischen und der nach Po- len deportierten Juden aus den von den Deutschen besetzten Gebieten wurden moderne Errungenschaften der Wissenschaft und Technik eingesetzt. Dieses System zeichnete sich durch perfekte Organisation und Grausamkeit aus. So wurde das besiegte Polen in einen riesigen Friedhof von jüdischen Frauen und Männern, Greisen und Kindern verwandelt. Die Geschichte des Märtyrertums und der Vernichtung des jüdischen Volkes im sogenannten Generalgouvernement hatte von Beginn an viele Augenzeugen, die aus moralischer Verpflichtung von dieser Tragödie Zeugnis ablegen wollten. Aufzeichnungen der Häftlinge des Sonderkommandos, die in der Asche des Krematoriums von Auschwitz-Birkenau gefunden wurden, die Dokumentation über das Warschauer Ghetto, die von Emanuel Ringelblum in Warschau auf der ‚arischen’ Seite zusammengestellt wurdeT1 T und in den Trümmern der zerstörten polnischen Hauptstadt entdeckt wurde, die Gedichte von Władysław SzlengelT2 T T 1 T Emanuel Ringelblum (1900-1944) hinterließ zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der pol- nisch-jüdischen Beziehungen in der Vergangenheit u. a. die Monographien Żydzi w Warszawie (1932) über die Zeit des Zweiten Weltkrieges, Stosunki polsko-żydowskie w czasie drugiej wojny światowej (1988) sowie eine Chronik des Warschauer Ghettos Kronika getta w Warszawie (1983). Ab 1938 organisierte...

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