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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Über die Gegenwärtigkeit der Vergangenheit. Uri Orlev – ein paradigmatischer Autor. Analysen zu seinem in deutscher Sprache veröffentlichten Werk 417

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Volker Ladenthin (Bonn) Über die Gegenwärtigkeit der Vergangenheit. Uri Orlev – ein paradigmatischer Autor. Analysen zu seinem in deutscher Sprache veröffentlichten Werk Begonnen sei mit einer kleinen unerhörten Begebenheit: Vor einigen Jahren empfahl der Verfasser dieser Zeilen den Roman Die Bleisoldaten von Uri Orlev mit folgenden Worten als eines literarischen Preises würdig: Wie banal erscheint einem, was sonst auf dem Jugendbuchmarkt erscheint, wenn man dieses Buch gelesen hat. Es läßt einen so, wie es das Thema gestaltet, nicht wieder los. Man nimmt es mit in den Tag und in den Schlaf. Man nimmt es in sein Leben mit. Da wird es bleiben. (Ladenthin 1999, 14) Umgehend kam eine Rückmeldung der Redaktion: Es gebe doch wohl auch an- dere wichtige Themen in der Kinderliteratur – und die im Begleitschreiben des Rezensenten geäußerte Auffassung, dass der Holocaust das einzige notwendige Thema für die Kinder- und Jugendliteratur sein könne, sei nicht aufrecht zu hal- ten. Und in der Tat scheint es auf den ersten Blick absurd, den Holocaust zum einzig würdigen Thema der Literatur, und dann noch der Kinder- und Jugendli- teratur zu erklären. Und dies 55 oder heute 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir kennen diese Argumentation. Sie hat in den fünfziger Jahren stattgefunden unter dem damals geläufigen Stichwort ‚Schuldkomplex’. Man sagte, die Deutschen litten unter einem ‚Schuldkomplex’, weil sie von der jüngs- ten Vergangenheit nicht loslassen könnten und immer wieder in der Wunde r...

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