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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Türkische Kinder- und Jugendliteratur im Spannungsfeld zwischen moderner Nationenbildung und ethnischen Identitäten 435

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Turgay Kurultay (Istanbul) Türkische Kinder- und Jugendliteratur im Spannungsfeld zwischen moderner Nationenbildung und ethnischen Identitäten Im Titel meines Beitrages ist das Thema Krieg nicht sichtbar, dafür wird aber ein Konfliktfeld benannt, das im türkischen Kontext mit dem Thema Krieg bzw. mit kriegerischen Auseinandersetzungen eng zusammenhängt. Somit wird auch die Spezifik des türkischen Kontextes angesprochen, der sich von Herangehens- weisen des europäischen Westens, und vor allem im Rahmen der Kinder- und Jugendliteratur, deutlich unterscheidet. Im Diskurs der westlich-europäischen Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Forschung über den Krieg geht man heute von der Prämisse aus, dass die literarischen Texte durchaus einhergehen können mit der Zerstörung des Schonraums der Heranwachsenden1. Anders als bei- spielsweise in der unmittelbaren Nachkriegszeit in Deutschland, in der eine di- rekte Auseinandersetzung mit dem Krieg vermieden wurde (Doderer 1993, 31ff.), gehören der Krieg und die Leiden des Individuums nunmehr zu den offen behandelten Themen, die als unnormale bzw. nicht zu duldende Situation wahr- genommen werden. Kulturgeschichtlich gesehen hat aber der Krieg auch andere Bedeutungsdi- mensionen im kollektiven Bewusstsein. So gab es in früheren Zeiten ein anderes Verhältnis zum Krieg, in denen der Begriff ‚Nation’ durchweg eine positive Be- deutung besaß. Kriegs- und Nachkriegsliteratur hat in ihrer Entwicklungsge- schichte also keineswegs nur die Leiden und Zerstörungen des Kriegs themati- siert, selbst wenn die heutigen literarischen Werke dies auch suggerieren mögen. Heute ist nichts selbstverständlicher, vor allem in der Kinder- und Jugendlitera- tur, als...

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