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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Die japanischen Kinderliteraturschriftsteller um 1945 und die Auseinandersetzung Hisashi Yamanakas mit der eigenen Kriegskindheit 481

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Taiji Azegami (Tsukuba) Die japanischen Kinderliteraturschriftsteller um 1945 und die Auseinandersetzung Hisashi Yamanakas mit der eigenen Kriegskindheit Hisashi Yamanaka (Jg. 1931) studierte Theaterwissenschaft an der Waseda-Uni- versität in Tokio. Er gehörte dem Waseda-Märchenkreis an.1 Dieser Kreis wandte sich gegen die bisherige japanische Tradition der Kinderliteratur, inner- halb derer dem kindlichen Gemüt ein hoher Stellenwert beigemessen wurde. Er setzte sich stattdessen dafür ein, eine auf eine Sozialreform abzielende neue mo- derne, rationale und realistische Jugendliteratur zu schaffen. Damals zeigte Yamanaka auch ein großes Interesse an den politischen Zeitströmungen und be- gleitete diese mit großem Engagement. Als Schriftsteller hat Yamanaka zwei Gesichter: Er nennt sich heute ,Schriftsteller für Kinderlesestoff‘ [jidouyomimono sakka]. Mit dem Erscheinen der drei großen Werke Tobetara honko2, Akage no Pochi (Der rothaarige Hund Pochi) und Samurai no Ko (Das Kind des Samurai) wurde sein Name in der ja- panischen Welt der Kinderliteratur bekannt.3 Sein Werk umfasst bis heute über zweihundert Veröffentlichungen.4 Es besteht vorwiegend aus realistischen und humoristischen Geschichten für junge Leser. Yamanaka stellte außerdem Fabeln aus aller Welt u. a. jene von Äsop, griechische Mythen, japanische Volksmär- chen zusammen. Die Hauptleserschaft seiner Kinderbücher bilden neun- bis zwölfjährige Schüler und Schülerinnen.5 1 Der Waseda-Märchenkreis wurde in den 20er Jahren gegründet. Im Juni 1953 veröffent- lichte dieser Kreis die Erklärung ,Unter der Flagge Jugendliteratur‘, die von Shin Torigoe (Jg. 1929) konzipiert wurde. Dieser Kreis hatte vor allem...

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