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Der kommunikative Stil der Grünen im historischen Wandel

Eine Überblicksdarstellung am Beispiel dreier Bundestagswahlprogramme

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Erik Harms-Immand

Seit ihrer Parteigründung im Jahr 1980 haben sich die Grünen sukzessive von einer systemkritischen Bewegungspartei zu einer Parlamentspartei traditionellen Typs entwickelt. Die Arbeit schließt eine Forschungslücke, indem sie einen detaillierten Überblick darüber liefert, wie sich dieser Wandel im kommunikativen Stil der Grünen widerspiegelt. Die Überblicksdarstellung erfolgt auf der Grundlage dreier Bundestagswahlprogramme (1987, 1994, 2002). Die methodische Basis liefern die sprachpragmatisch-handlungstheoretische Stilistik Sandig’scher Prägung sowie das Regelsystem der Neuen Sozialen Bewegungen.

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1. Zielsetzung 9

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1. Zielsetzung Am 12. und 13. Januar 1980 tritt in der alten Stadthalle Karlsruhe der 3. Kon- gress der Sonstigen Politischen Vereinigung/DIE GRÜNEN zusammen, der sich gleichzeitig als Gründungsversammlung der Bundespartei DIE GRÜNEN kon- stituiert. 1 Zirka zwei Monate später wird auf der 2. Bundesversammlung der Grünen in Saarbrücken das Grundsatzprogramm verabschiedet. In der Präambel des Parteiprogramms definieren sich die Grünen als eine ,,Anti-Parteien-Partei" (Kelly 1980), als eine Partei der "alternativen Politik" (Hasenclever 1982, 314 ). Sie verstehen sich als eine systemkritische Bewegungspartei, die eine rasche Umstrukturierung der Gesamtgesellschaft nach den Vorgaben des postmaterialis- tischen Wertekanons anstrebt, eine auf Kompromisse ausgerichtete Kooperation mit den traditionellen Parlamentsparteien als den Vertretern der herkömmlichen Politik kategorisch ablehnt, die Parlamente lediglich als Bühne nutzen will, um die öffentliche Resonanz der Neuen Sozialen Bewegungen zu verstärken, und für eine Stärkung der dezentralen, direkten Demokratie eintritt (vgl. Die Grünen 1980, 4f.). Auf dieses grüne Selbstverständnis Bezug nehmend, gehen Kuhn (1983), Berschin (1984) und Schlosser (1986) der Frage nach, ob die Grünen auf be- stimmte kommunikative Gestaltungselemente zurückgreifen, um mit ihrem kommunikativen Stil von dem der traditionellen Parlamentsparteien abzuwei- chen. Alle drei Arbeiten bejahen dies.Z Schlosser (1986, I 07) prognostiziert je- doch, dass das Sicheinlassen auf die Regeln des gegnerischen Systems durch den einst undenkbaren Schritt in die Parlamente dazu führen wird, dass die Grü- nen ihr Kommunikationsverhalten nach und nach dem der anderen Parteien an- passen werden....

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