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Der kommunikative Stil der Grünen im historischen Wandel

Eine Überblicksdarstellung am Beispiel dreier Bundestagswahlprogramme

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Erik Harms-Immand

Seit ihrer Parteigründung im Jahr 1980 haben sich die Grünen sukzessive von einer systemkritischen Bewegungspartei zu einer Parlamentspartei traditionellen Typs entwickelt. Die Arbeit schließt eine Forschungslücke, indem sie einen detaillierten Überblick darüber liefert, wie sich dieser Wandel im kommunikativen Stil der Grünen widerspiegelt. Die Überblicksdarstellung erfolgt auf der Grundlage dreier Bundestagswahlprogramme (1987, 1994, 2002). Die methodische Basis liefern die sprachpragmatisch-handlungstheoretische Stilistik Sandig’scher Prägung sowie das Regelsystem der Neuen Sozialen Bewegungen.

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2. Vorbereitung der Überblicksdarstellung 11

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- 6 2. Vorbereitung der Uberblicksdarstellung 2.1 Erster methodischer Orientierungspunkt: die sprachpragmatisch-handlungstheoretische Stilistik Sandig'scher Prägung7 Die sprachpragmatisch-handlungstheoretische Stilistik Sandig'scher Prägung sieht kommunikativen Stil nicht nur- wie es oftmals in traditionellen Stillehren geschieht - als Ausschmückung der Gedanken an. Sie versteht Stil als sozial be- deutsame Art der kommunikativen Handlungsdurchfiihrung. Oder anders formu- liert: Die Sandig'sche Stilistik ordnet Stil die Aufgabe zu, sozialen Sinn zu trans- portieren. Im Hinblick auf die kommunikative Handlung "Text" bedeutet dies, dass der Textproduzent dem Textrezipienten nicht nur über den Textinhalt In- formationen zukommen lässt. Durch die Art, wie er den Text realisiert, übermit- telt er zusätzliche Informationen, und zwar Informationen über sein Selbstver- ständnis, über sein Image, das er aufbauen oder wahren möchte, über sein Rollenverständnis, über seine soziale Zugehörigkeit, über die soziale Beziehung, die er zum Textrezipienten hat oder herstellen will, über sein Verhältnis zur Sprache, über seine Einstellung zum Textinhalt usw. Mit anderen Worten: Stil hat Funktion(en) (vgl. Sandig 1986, 1995 und 2006). Die Funktion, der spezifische soziale Sinn eines Stils, wird von dem Text- rezipienten herausgefiltert durch die Interpretation der Stilgestalt Für die Inter- pretation ist entscheidend, in welchen textinternen und textexternen Relationen die Stilgestalt angeboten wird, denn "[e]rst durch die Verknüpfung der (bedeut- samen) Struktureigenschaften und deren textinterner Relationen mit den Eigen- schaften der kommunikativen oder interaktiven Rahmung entsteht die Interpreta- tionsgrundlage, die den stilistischen Sinn erarbeiten lässt" (Sandig 2006, 142). Zu den textinternen Relationen geh...

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