Show Less

Zu aktuellen Grundfragen der Übersetzungswissenschaft

Series:

Ana Maria Bernardo

Mit diesem Buch wird ein kurzer Einblick in ausgewählte Themen der deutschsprachigen Übersetzungswissenschaft im westlichen Kontext vermittelt, der für die fachinterne Diskussion grundlegend ist. Dabei werden Fragen wie die ihrer Interdisziplinarität erörtert, u. a. wie sie sich in den unterschiedlichen Ansätzen widerspiegelt. Neben den linguistischen und semiotischen Betrachtungsweisen kommen kommunikative, kulturelle, kognitive und funktionale Orientierungen zum Tragen. In diesem Zusammenhang fällt der Leipziger Schule eine zentrale Rolle zu, die bahnbrechend für die Entwicklung der Disziplin gewesen ist. Die Hauptverdienste der Übersetzungskritik sowie die kulturaufbauende bzw. -abbauende Funktion der Übersetzung im heutigen globalisierten Umfeld werden ebenfalls angeschnitten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Einleitung 7

Extract

7Einleitung Nach sechzig Jahren intensiver Forschung auf dem Gebiet der deutsch- sprachigen Übersetzungswissenschaft läßt sich feststellen, dass zwei grundlegende Aufgaben noch ausstehen: einmal die fachinterne Rezep- tion der verschiedenen Ansätze und zweitens die gebührende internatio- nale Anerkennung der erbrachten Leistungen. Vor diesem Hintergrund wird nachstehend eine knappe Zwischenbi- lanz des Standes der deutschsprachigen Übersetzungswissenschaft mit der Einschränkung angestrebt, dass ein solches Unterfangen aus der Per- spektive eines Einzelnen notgedrungen lückenhaft und die Auswahl der zu behandelnden Thematik subjektiv bleiben muss. Die hier vorgestellten Überlegungen behandeln folgende Teilaspekte: im ersten Kapitel geht es um den Versuch einer Standortsbestimmung der Übersetzungswissenschaft, bei der grundverschiedene, zum Teil einander fast ausschließende Tendenzen zu verzeichnen sind, die nachzuverfolgen sich lohnt. Zu den linguistischen und semiotischen Ansätze sind auch kulturelle und kognitive Betrachtungen hinzugetreten, die zu unter- schiedlichen Modellierungen des Übersetzungsprozesses geführt und somit das Gesamtbild der Disziplin entscheidend geprägt haben. In einer Zeit der Fächerüberschreitung wundert es nicht, dass gerade bei der Übersetzungswissenschaft die Thematik der Interdisziplinarität prioritär wird. Dabei ist dieses Anliegen hier aus dem Zusammentreffen mehrerer Fächern entstanden, ohne dass im Allgemeinen die jeweilige Verzahnung ausführlich thematisiert worden wäre. Außerdem ist immer wieder gefragt worden, in wie weit die der Übersetzungswissenschaft in- newohnende Interdisziplinarität nicht deren Autonomie gefährdet bzw. in Frage stellt. Das zweite Kapitel befasst sich mit der außerhalb Leipzigs kaum be- achteten überragenden Rolle der Leipziger Schule im Hinblick auf die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.