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Zu aktuellen Grundfragen der Übersetzungswissenschaft

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Ana Maria Bernardo

Mit diesem Buch wird ein kurzer Einblick in ausgewählte Themen der deutschsprachigen Übersetzungswissenschaft im westlichen Kontext vermittelt, der für die fachinterne Diskussion grundlegend ist. Dabei werden Fragen wie die ihrer Interdisziplinarität erörtert, u. a. wie sie sich in den unterschiedlichen Ansätzen widerspiegelt. Neben den linguistischen und semiotischen Betrachtungsweisen kommen kommunikative, kulturelle, kognitive und funktionale Orientierungen zum Tragen. In diesem Zusammenhang fällt der Leipziger Schule eine zentrale Rolle zu, die bahnbrechend für die Entwicklung der Disziplin gewesen ist. Die Hauptverdienste der Übersetzungskritik sowie die kulturaufbauende bzw. -abbauende Funktion der Übersetzung im heutigen globalisierten Umfeld werden ebenfalls angeschnitten.

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III. Offene und verdeckte Übersetzungskritik 85

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85 III. Offene und verdeckte Übersetzung III.1. Modelle zur Beurteilung von Übersetzungen im Vergleich – Leistungsfähigkeit und praktische Anwendbarkeit III.1.1. Vorspann Bei der Beurteilung von Übersetzungen lässt sich heutzutage eine para- doxe Situation feststellen: einerseits sind häufig Klagen zu hören über die mangelnde Qualität der verfertigten Übersetzungen, andererseits ha- ben wiederum die vorhandenen Modelle zur Übersetzungskritik bzw. Übersetzungsdidaktik nur geringe Anwendung gefunden. Die theoreti- sche Diskussion über übersetzungskritische Modelle scheint seit Ende der siebziger Jahre so gut wie ausgeklungen zu sein. Welche Gründe da- zu geführt haben mögen und inwieweit sich diese Lage möglicherweise verändern lässt, darauf wollen wir hier kurz eingehen. Uns geht es also darum, verschiedene Modelle für die Beurteilung von Übersetzungen in ihren Grundzügen zu skizzieren und sie im Hinblick auf ihre Voraussetzungen, Leistungsfähigkeit und praktische Anwend- barkeit miteinander zu vergleichen. Alle im Folgenden besprochenen Modelle zielen darauf ab, dem kom- plexen Charakter von Übersetzungen als Produkten bei deren Beurteilung gerecht zu werden, indem sie versuchen, die Verfahren zu formalisieren und dadurch zu objektivieren und auf dieser Weise subjektives Empfin- den durch intersubjektive Beurteilungskriterien zu ersetzen. In allen Fäl- len führen jedoch unterschiedliche theoretische Voraussetzungen und Zielsetzungen zu verschiedenen Ergebnissen bzw. Modellen. Deshalb er- scheint es uns angebracht, einen kurzen Gesamtüberblick zu bieten, wie er bislang noch aussteht. 86 III.2. Qualität der Übersetzung – Was ist das? Seit eh und je hat man versucht, die übersetzerische Leistung adäquat zu beschreiben....

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