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«Ich fühle mich wie ein Vogel, der aus seinem Nest fliegt.»

Menschen mit Behinderungen in der Erwachsenenbildung

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Edited By Tobias Erzmann and Georg Feuser

Die Debatte um Fragen der Integration als Weg aus der Selektion, Ausgrenzung und Segregation von Menschen mit Behinderungen in Sondersysteme über die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt noch immer eine tiefe Kluft zwischen Ist- und Sollzustand. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wird für die Pädagogik in besonderer Weise deutlich, dass mit der Integration im Bereich der Bildung ein Menschenrecht umzusetzen ist – auch in der Erwachsenenbildung. Realisiert wurde das bereits 1998 in Bremen bei einer bundesweiten Fachtagung. Dieser Band reflektiert die Frage nach den Bildungsbedürfnissen Erwachsener als Realisierung der Integration auch schwerst beeinträchtigter Menschen in der Spanne von der «totalen Institution» (Goffman) und ihrer Überwindung bis hin zur «advokatorischen Assistenz». Dabei wird nicht über, sondern in uneingeschränkter Teilhabe mit den Betroffenen diskutiert. Das Buch spannt einen breiten Fächer an Fragen, Problemen und zukünftig dringend zu berücksichtigenden Lösungsmöglichkeiten vor allem unter Aspekten der Assistenz auf.

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Assistenz wollen. Assistenz brauchen. An Assistenz wachsen.Eine kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Assistenzbegriffs.85

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Ulrike Peter Assistenz wollen. Assistenz brauchen. An Assistenz wachsen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Assistenz- begriffes. In den 90er Jahren1 Im Rahmen der Begriffsbestimmung Ende der 90-er Jahre schien es sozusa- gen zum „guten Ton“ geworden zu sein, den Begriff der Betreuung zu kritisie- ren und vorsichtiger einzusetzen, wenn nicht gleich von vornherein von Assis- tenz, Hilfe oder Unterstützung gesprochen wird. Rückblickend ergibt sich da- tauchte der von der „Krüppel-“ und Selbstbestimmt-Leben- Bewegung formulierte Begriff der Assistenz zunehmend auch in den Diskussio- nen und Veröffentlichungen des akademischen Diskurses der Heil- und Sonder- pädagogik und der Behindertenpädagogik auf. Trotz seiner häufigen Verwen- dung bleibt sein Bezugsrahmen oft unklar. Es scheint sich abzuzeichnen, dass der einstmals politisch brisante Begriff, der sich gegen das Betreuungswesen wandte, zu einer leeren Worthülse verkommt, die allen passt, überall Verwen- dung findet und dabei den Anschein einer Innovation erweckt. Es erscheint da- her notwendig, den Begriff der Assistenz in seiner Entwicklung zu betrachten: sein Aufkommen, seinen Gebrauch und das Potenzial, das er enthält. Ein Blick in die Geschichte des Assistenzbegriffes lässt die aktuelle breite Verwendung erstaunlich erscheinen. Im Zuge der Analyse und Kritik dessen, was sich ihnen als Lebensbedingungen erschließt, formulieren VertreterInnen der „Krüppel-“ und Selbstbestimmt-Leben-Bewegung seit den siebziger Jahren ihre Rechte. Um diese in allen Bereichen realisieren zu können, entstand mit dem Modell der As- sistenz eine Alternative zum kritisierten Betreuungswesen. Zwischenzeitlich ist aus dem ursprünglichen Wunsch – zumindest teilweise – Realit...

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