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«Ich fühle mich wie ein Vogel, der aus seinem Nest fliegt.»

Menschen mit Behinderungen in der Erwachsenenbildung

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Edited By Tobias Erzmann and Georg Feuser

Die Debatte um Fragen der Integration als Weg aus der Selektion, Ausgrenzung und Segregation von Menschen mit Behinderungen in Sondersysteme über die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt noch immer eine tiefe Kluft zwischen Ist- und Sollzustand. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wird für die Pädagogik in besonderer Weise deutlich, dass mit der Integration im Bereich der Bildung ein Menschenrecht umzusetzen ist – auch in der Erwachsenenbildung. Realisiert wurde das bereits 1998 in Bremen bei einer bundesweiten Fachtagung. Dieser Band reflektiert die Frage nach den Bildungsbedürfnissen Erwachsener als Realisierung der Integration auch schwerst beeinträchtigter Menschen in der Spanne von der «totalen Institution» (Goffman) und ihrer Überwindung bis hin zur «advokatorischen Assistenz». Dabei wird nicht über, sondern in uneingeschränkter Teilhabe mit den Betroffenen diskutiert. Das Buch spannt einen breiten Fächer an Fragen, Problemen und zukünftig dringend zu berücksichtigenden Lösungsmöglichkeiten vor allem unter Aspekten der Assistenz auf.

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Integration und Differenzierung in der Erwachsenenbildung 169

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Horst Rippien Integration und Differenzierung in der Erwachsenenbildung In der Vorbereitung der Tagung haben wir für meinen Beitrag noch den Arbeits- titel gewählt: Qualitätsanspruch und Integration in der Volkshochschule – ein Widerspruch? Nach den einführenden Vorträgen vom Donnerstag und der Betei- ligung an einigen Diskussionen danach habe ich den Schwerpunkt dieses Impul- ses geändert, weil mir eine andere Gegenüberstellung angemessener erscheint. Ich möchte dabei nicht die am Donnerstag vorgestellten Grundüberlegungen zur allgemeinen Erwachsenenbildung wiederholen, es wird aber unerlässlich sein, an einzelne Aspekte daraus anzuknüpfen. Es wird auch notwendig sein, auf zu- mindest zwei explizit an die Adresse der allgemeinen Erwachsenenbildung ge- richtete Äußerungen einzugehen. Erlauben Sie mir bitte einleitend einige kurze Überlegungen zu der Rolle, welche die städtische Weiterbildungseinrichtung Bremer Volkshochschule bei dieser Tagung spielt: Die Bremer Volkshochschule ist einer der Kooperationspartner für diese Tagung und leistet einen kleinen Beitrag zu deren Inhalten. Sie tut dies in erster Linie mit einer fragenden Haltung und in einer lernenden Rolle. Sie weiß aber auch, dass sie eingeladen worden ist, sich an den Debatten dieser Tagung zu beteiligen, weil man annimmt, dass mit ihr ein Dialog geführt werden kann, der dem Ziel der Integration von behinderten Menschen in ihre breit angelegten Lernangebote dienen soll. Damit ist sie gleichzeitig auch ein Gegenbild. Die Volkshochschule wird dabei quasi als Vertreterin der allgemeinen Er- wachsenenbildung begriffen; nicht etwa, weil sie eine solche Vertretung bean- spruchen will oder kann, sondern weil sie vielleicht...

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