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Hegels Beitrag zur Bildungsdiskussion unter besonderer Berücksichtigung seiner Rechtsphilosophie

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Ellen Kraft

Verfolgt man die gegenwärtige pädagogische und politische Debatte, dann ist augenfällig, dass der Begriff der Bildung noch immer zu einem zentralen Leitbegriff gehört. Gleichwohl droht heute das Verständnis von Bildung auf abfragbare Kenntnisse verengt zu werden. Eine zunehmend empirisch ausgerichtete Pädagogik scheint das philosophische Moment in ihren Überlegungen zu vernachlässigen. Mit Hegels Konzeption von Bildung wird an ein ganzheitliches Verständnis vom gebildeten Menschen erinnert und dieses in die heutige Diskussion eingebracht. Hegel thematisiert das Verhältnis des Individuums zur Gemeinschaft, beleuchtet die Rolle der Institutionen von Familie, Gesellschaft und Staat im Bildungsprozess des Menschen und hat mit seiner Auffassung von Bildung uns Heutigen erstaunlich viel zu sagen.

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1. Einleitung 1

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1 1. Einleitung Im Jahr 2008 hat die Unionspartei erklärt, dass sie die Ausgaben für Bildung bis 2015 nahezu verdoppeln will und auch gegenwärtig hält die Regierung an dem Grundsatz fest, bei eventuellen Sparmaßnahmen die Ausgaben für Bildung auf keinen Fall kürzen zu wollen.1 Doch nicht nur in der politischen, sondern auch in der pädagogischen Diskussion ist augenfällig, dass Bildung noch immer zu einem der zentralen Themen, dass der Begriff der Bildung noch immer zu einem unentbehrlichen Leitbegriff gehört. Warum erscheint es an dieser Stelle sinnvoll, einmal innezuhalten und sich zu fragen, was unter „Bildung“ eigentlich zu ver- stehen ist, was unter ihr der Idee nach recht eigentlich verstanden werden sollte? Warum kann es lohnend sein, sich in der aktuellen erziehungswissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatte fragend dem Philosophen Hegel zuzuwenden und seine Konzeption von Bildung in sie einzubringen? Verfolgt man zunächst, auf welchen pädagogischen Gebieten sich die ge- genwärtige Diskussion um Bildung abspielt, dann wird man auf verschiedene Felder verwiesen. So wird Bildung einesteils aus der Perspektive des Subjekts gesehen. Die Pädagogische Psychologie oder auch die psychologische Bildungs- forschung beschäftigen sich dabei mit den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten zum Aufbau der Persönlichkeit, mit Fragen nach der Herausbildung von individuel- len Wissens- und Persönlichkeitsstrukturen, mit dem Prozesscharakter von Bil- dung als einem „Lernprozess“ und entsprechenden Lerntheorien.2 Andernteils wird Bildung aus ihrer gesellschaftlichen Perspektive beleuchtet. So werden beispielsweise in der soziologischen Bildungsforschung die gesellschaftlichen, das heißt...

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