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Wahlkampf

Eine linguistische Analyse strategischer Kommunikation

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Arne Roock

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt das Thema Wahlkampfkommunikation Sprach- und Sozialwissenschaftler gleichermaßen. Dabei ist eine Fülle theoretischer Herangehensweisen und Analyseverfahren entwickelt worden, die, kaum vergleichbar, häufig unverbunden nebeneinander stehen und sich daher nur schwer integrieren lassen. Der Autor entwickelt in seinem Buch einen umfassenden, interdisziplinären Analyserahmen für Wahlkampfkommunikation, der auf dem Konzept der strategischen Kommunikation aufbaut. Die verschiedenen Analysekategorien werden anhand des Bundestagswahlkampfes 2005 illustriert.

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1. Einleitung 17

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17 1. Einleitung 1.1. Relevanz des Themas Diese Arbeit beschäftigt sich mit Wahlkampfkommunikation. Stellt man sich die Frage, warum es überhaupt sinnvoll ist, sich mit Wahlkampfkommunikation auseinanderzusetzen, so lassen sich mindestens zwei wichtige Argumente ins Feld führen: ein demokratietheoretisches und ein alltagsweltliches. 1) Wahlen nehmen in allen demokratischen Gesellschaften einen zentralen Stel- lenwert ein, denn sie bilden den einzig legitimen Mechanismus, um Parla- mente zu besetzen, und sie sind „die wichtigste Form institutionalisierter Par- tizipation und jene Partizipationsform, in der sozialstrukturelle Verzerrungen am geringsten zur Geltung kommen.“1 Demokratische Wahlen sind indes kaum denkbar ohne Wahlkämpfe, in denen Parteien öffentlich miteinander konkurrieren, ihre Programme und Kandidaten vorstellen und letztlich immer versuchen, Bürger in ihrer Wahlentscheidung zu beeinflussen. Aus diesem Grund ist es nicht übertrieben, Wahlkämpfe als „Kristallisationen politischer Kommunikation“2 oder gar „Olympiade der Demokratie“3 zu bezeichnen. 2) Wahlkämpfe stellen jedoch nicht nur aus demokratietheoretischer Sicht ein relevantes Phänomen dar – sie bestimmen für mehrere Wochen auch zu wei- ten Teilen das gesellschaftliche Leben: Straßen sind mit Plakaten unter- schiedlicher Größe geradezu gepflastert (vgl. Abb. 1); in Fernsehen und Radio werden täglich Wahlspots und politische Talkshows ausgestrahlt; Zei- tungen und Zeitschriften sind voll von Politikerinterviews, Artikeln und Kommentaren zur Wahl; in Fußgängerzonen und Einkaufszentren schließlich geraten viele Bürger in so engen Kontakt mit Politikern wie zu sonst kaum einer Zeit. Wenn aber Wahlen und Wahlkämpfe wesentlicher Bestandteil von Demokratien sind, und wenn sie obendrein...

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