Show Less

Wahlkampf

Eine linguistische Analyse strategischer Kommunikation

Series:

Arne Roock

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt das Thema Wahlkampfkommunikation Sprach- und Sozialwissenschaftler gleichermaßen. Dabei ist eine Fülle theoretischer Herangehensweisen und Analyseverfahren entwickelt worden, die, kaum vergleichbar, häufig unverbunden nebeneinander stehen und sich daher nur schwer integrieren lassen. Der Autor entwickelt in seinem Buch einen umfassenden, interdisziplinären Analyserahmen für Wahlkampfkommunikation, der auf dem Konzept der strategischen Kommunikation aufbaut. Die verschiedenen Analysekategorien werden anhand des Bundestagswahlkampfes 2005 illustriert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Gegenstandsbereich 25

Extract

25 2. Gegenstandsbereich Bevor in den nächsten Kapiteln der skizzierte Analyserahmen erstellt wird, soll zunächst der Gegenstandsbereich der Arbeit näher bestimmt werden. Die beiden Fragen, die es dabei zu beantworten gilt, lauten demnach: Was gilt als politische Kommunikation?27 Und was ist das Spezifische an Wahlkampfkommunikation innerhalb der politischen Kommunikation? Was als politische Kommunikation verstanden wird und demnach den Ge- genstandsbereich der Politolinguistik abgibt, unterscheidet sich innerhalb der einzelnen Arbeiten zum Thema teilweise erheblich. Dazu drei Beispiele: 1) Dieckmann stellt schon 1969 fest, dass „Sprache der Politik“ zweierlei mei- nen kann: Den Sprachgebrauch der Politiker (den er der Parole zuordnet) und den speziellen politischen Wortschatz (der der Langue angehört).28 2) Tillmann verwendet die Art des Emittenten als Hauptkriterium zur Abgren- zung, indem er als politische Textsorte eine Klasse von Texten bezeichnet, „die von politisch Handelnden im Rahmen der parteilichen Auseinanderset- zung in Gebrauch genommen werden.“29 Darüber hinaus gelten Textsorten bei ihm nur dann als politisch, wenn dem/den Emittenten sprachliche Gestal- tungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.30 Zeitungskommentare sieht er deshalb ebenso wenig als politische Textsorten an wie Eidesformeln. 3) Massud schließlich definiert politische Sprache in einem viel weiteren Sinne, nämlich als „alle Äußerungen, in denen über politische Gegenstände kom- muniziert wird.“31 Um Klarheit in das Gewirr unterschiedlicher Definitionen zu bringen, schlägt Burkhardt (1996) vor, verschiedene Teilgebiete politischer Kommunikation – er spricht von politischer Sprache – voneinander abzugrenzen, die allesamt Gegen- stand der Politolinguistik sein können (vgl. Abb. 2)...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.