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Ein neues Zuhause?

Eine ethnographische Studie in einem Altenpflegeheim

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Wolfgang Hahn

Kann ein Altenpflegeheim ein neues Zuhause werden? Dieser Frage geht diese Mikrostudie, eine empirische Ethnographie der eigenen Kultur, über mehrere Jahre nach. Gegensätzliche Kriterien, die kaum miteinander vereinbar sind, treffen zusammen: Der caritative Gedanke, den alten Menschen zu helfen und die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte durch die Ökonomisierung des Hilfs- und Pflegemarktes. Der Autor fungiert in einer Doppelrolle. Er ist als Sozialarbeiter vor Ort tätig und betreut die alten Menschen in sozialen und kulturellen Fragen. Als Ethnologe beschreibt er das Leben im Heim aus der Sicht der Personen, die dort wohnen und arbeiten. Neben diesem Blickwinkel reflektiert er sein persönliches Handeln und betrachtet zusätzlich das Geschehen im Haus aus einer distanzierten Forscherperspektive.

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III Betreuung 51

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51 III Betreuung 1 Sozialarbeit In diesem Kapitel möchte ich lediglich den Teil meiner Tätigkeit als Sozialarbei- ter darstellen, der mir für die vorliegende Arbeit relevant erscheint. Nichtsdesto- trotz sollen die „klassischen“ beziehungsweise „primären“ Methoden der Sozial- arbeit benannt werden: Soziale Einzelfallhilfe, soziale Gruppenarbeit und soziale Gemeinwesenarbeit. Zu den „sekundären“ Methoden zählen: Supervision, Pla- nung und Beratung (Krauß 1996: 396). Trotz des Versuches, die ambulante Versorgung durch die Sozialen Dienste ver stärkt zu unterstützen, ist es notwendig, dass es weiterhin die institutionel- len Ein richtungen, zum Beispiel Altenpflegeheime, gibt, die vielen alten Men- schen die Möglichkeit bieten müssen, ihren Lebensabend dort zu verbringen. Dabei sollen einerseits Schutz, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt werden, andererseits werden Einschränkungen in vielen Lebensbereichen vorgenom- men, welche sich negativ auf das Selbstwertgefühl des Betroffenen auswirken. Die Sozialarbeit übernimmt einen Handlungsauftrag, der von keiner anderen Berufsgruppe über nommen werden kann. Überschneidungen sind sicher mög- lich, es sollte aber kein Kompetenzenstreit stattfinden, sondern eher ein aus- gewogenes Teamangebot für die Bewohnerinnen bereitgestellt werden. Das Leben des Menschen muss als ganz individuelle Entwicklung verstanden und akzeptiert werden. Die Angebote der Sozialarbeit sollten sich auf die Bedürf- nislage der alten Menschen einstellen und die Neufindung der Identität im Heim unterstützen. Die Persönlichkeit der Betag ten muss in jeder Hinsicht gewahrt bleiben. Zu der ganzheitlichen Sichtweise gehört der Versuch der optimalen Hilfestel- lung, der Stärkung und Förderung von verbliebenen Kompetenzen;...

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