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Zwischen Faszination und Furcht

Ausländische Marktakteure in China auf der Suche nach Stabilität und langfristig gültigen Einfluss- und Erfolgsfaktoren

Andreas Tank

Chinas Modernisierung wird nur allzu oft als Verwestlichung fehlinterpretiert. Während die China-Berichterstattung zwischen Faszination und Furcht schwankt und Fehler ausländischer Marktakteure nicht abreißen, zeigt ein Vergleich der unternehmerischen Einfluss- und Erfolgsfaktoren vom Kaiserreich bis zur Gegenwart, dass entscheidende Merkmale unverändert gelten. Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich demnach auch in China planen.
Das Buch enthält Statements von Jörg Ayrle, CFO Specialty Lighting Osram GmbH, Dr. Hansueli Bruderer, Chairman and General Manager Viessmann China, Wolfgang Haak, Vice-President Corporate Strategy Beiersdorf AG, Wolfgang Kohl, President China Gruner + Jahr AG & Co KG, Dr. Stefan Schmitgen, Director McKinsey & Company, Peking, Michaela Stolz-Schmitz, Vice-President, Director Major Events and Corporate Cultural Affairs Siemens Ltd. China, Peter Tichauer, Chefredakteur ChinaContact, Prof. Dr. Dr. Harro von Senger, Universität Freiburg im Breisgau, Christoph Graf von Waldersee, Managing Director Asia Water Development Corporation Limited (HK) und Jörg Wuttke, Chief Representative BASF (China) Company Limited.

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1. Etwas mehr Sinologie 9

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Etwas mehr Sinologie 9 1. Etwas mehr Sinologie Nachdem diverse Unternehmen, die – vom allerorten vorherrschenden China- hype1 durch weltweit höchste Zuwachsraten dank „Volldampfkonjunktur“ und „Turbokapitalismus“2 mitgerissen – ihr Glück im Land mit „mehr als 1,3 Mil- liarden Kunden“3 versuchten, nunmehr beginnen, den „Scheinriesen“ und die eigene Blendung zu erkennen, scheint sich endlich auch das Zeitfenster für eine sinologisch orientierte Analyse der kulturellen und historischen Hintergründe von ökonomischen Misserfolgen zu öffnen. Bei frühzeitiger Kenntnisnahme und Berücksichtigung hätten indes sowohl Fehleinschätzungen, etwa in Bezug auf das chinesische Volkswirtschaftspotenzial, als auch unrentable Investitionen und strategische Fehler bei der Marktbearbeitung vermieden werden können, was zusammengenommen inzwischen als Ursache der fatalen Überzeugung eines garantierten unternehmerischen Erfolgs spezifi ziert wurde. Der Sinologe Otto Franke schrieb bereits 1911, als die ersten Europäer aufgrund mangelnden Wis- sens ihre Pläne in China nicht verwirklichen konnten: „Es wäre manches anders gekommen ..., wenn man sich etwas mehr um das chinesische Geistesleben und seine Geschichte gekümmert, d.h. wenn man etwas mehr Sinologie getrieben hät- te.“4 Bis heute mündet die Unterbewertung, Ignorierung oder gar Leugnung von landesspezifi schen Einfl ussfaktoren wie der auf tradierten Usancen beruhenden Erwartungshaltung chinesischer Konsumenten oder kulturell manifestierten Mo- dalitäten wie den Verwendungsgewohnheiten nicht selten im wirtschaftlichen Fiasko, schließlich gilt Asien insgesamt als „das große Gegenprinzip Europas“5. Hier muss mehr erwartet werden als die Beachtung der kulturellen Bedeutungs- muster in der von Assoziationen und Konnotationen diktierten Sprache...

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