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Die Herren der Hanse

Delegierte und Netzwerke

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Dietrich W. Poeck

Was war die Hanse? Ein Städtebund? Diese Untersuchungen betrachten die «Städtehanse» unter einem neuen Aspekt und kommen zu einer anderen Antwort auf diese seit hundert Jahren strittige Frage. Im Mittelpunkt stehen die Ratsherren, die als Delegierte Städte auf dem Hansetag vertraten und die hansische Politik bestimmten. Es zeigt sich, dass diese Herren nicht an erster Stelle auf die Interessen einer Stadt verpflichtet waren. Sie waren verwandtschaftlich und geschäftlich mit führenden Kaufleuten und Ratsherren in anderen Städten verbunden. Auf Hansetagen trafen sie enge Geschäftspartner und Verwandte wie Cousins, Schwäger, Onkel oder sogar Brüder, die als Delegierte anderer Städte auftraten. Die (handelspolitischen) Interessen dieser städteübergreifenden Netze vertraten die Delegierten auf den Versammlungen. Auf Hansetagen wurden die unterschiedlichen Netze immer wieder zum Netzwerk Hanse verbunden.

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II Die Herren der Hanse - 19

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Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoein- bettung, Arial, Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoeinbettung, II Die Herren der Hanse (1356 bis 1516) In der Mitte des 14. Jahrhunderts zeigte der Rat in vielen Städten des hansischen Raumes seine Bedeutung für die Stadt durch prächtige Neubauten und Umgestaltun- gen von Rathäusern. So wurde auch das Lübecker Rathaus in dieser Phase wesentlich vergrößert und umgeformt. Diese Bauten bezeugen auch heute noch durch ihre Posi- tion im Stadtraum und durch ihre Bauformen, die herrscherliche Stilelemente auf- nahmen, den Machtanspruch des zentralen städtischen Verfassungsorgans. Die Be- deutung des Rates wurde den Bürgern mit dem Rathaus täglich vor Augen gestellt, und auch Besuchern von außen erschloss sich im Blick auf das Rathaus mit vielen Verweisen im Baukörper und Ausmalungen auf (städtische) Geschichte und die über- zeitliche Ordnung Gottes die legitime Stellung des Rates.24 In dieser Phase der Ratsherrschaft, die einige Jahrzehnte später wohl gerade auch wegen dieses neuen ratsherrlichen Selbstbewusstseins und der eingreifenden Kontrolle durch den Rat in mehreren hansischen Städten in Frage gestellt wurde,25 kam es durch Probleme im Kontor des Deutschen Kaufmanns zu Brügge zu einer Absprache zwischen Vertretern der Räte von Hansestädten. Die innere Ordnung des Kaufmanns in Flandern wurde in klare Regeln gefasst. Vertreter der Räte aus Lübeck, Hamburg, Stralsund, Dortmund, Soest, Thorn und Elbing sowie aus Gotland und Livland, die sich zur Vorbereitung im Februar 1356 getroffen hatten,26 approbierten die schon 1347 vom `Kaufmann...

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