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Die Herren der Hanse

Delegierte und Netzwerke

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Dietrich W. Poeck

Was war die Hanse? Ein Städtebund? Diese Untersuchungen betrachten die «Städtehanse» unter einem neuen Aspekt und kommen zu einer anderen Antwort auf diese seit hundert Jahren strittige Frage. Im Mittelpunkt stehen die Ratsherren, die als Delegierte Städte auf dem Hansetag vertraten und die hansische Politik bestimmten. Es zeigt sich, dass diese Herren nicht an erster Stelle auf die Interessen einer Stadt verpflichtet waren. Sie waren verwandtschaftlich und geschäftlich mit führenden Kaufleuten und Ratsherren in anderen Städten verbunden. Auf Hansetagen trafen sie enge Geschäftspartner und Verwandte wie Cousins, Schwäger, Onkel oder sogar Brüder, die als Delegierte anderer Städte auftraten. Die (handelspolitischen) Interessen dieser städteübergreifenden Netze vertraten die Delegierten auf den Versammlungen. Auf Hansetagen wurden die unterschiedlichen Netze immer wieder zum Netzwerk Hanse verbunden.

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III Delegierte und Netzwerke - 23

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Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoein- bettung, Arial, Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoeinbettung, III Delegierte und Netzwerke A Der Hansetag zu Johannis Baptista 1379 Am 24. Juni des Jahres 1379 trafen sich in Lübeck 47 domini nuncii consulares aus 25 Städten. Sie vertraten die `SeestädteA der Hanse von der Zuiderzee bis nach Re- val/Tallinn und weiterhin solche aus Westfalen, aus dem heutigen Niedersachsen und aus Mitteldeutschland. Die Delegierten trafen sich, um über Fragen des hansischen Handels und somit der hansischen Politik zu beraten. Im Zentrum der Beratungen stand, wie schon in den Einladungen zum Tag allen bekannt gemacht worden war, die Frage des Handels mit Brügge. Wegen der Probleme in Flandern beabsichtigte man sogar, das Kontor zu verlegen.1 Vor Beginn der Beratungen besuchten die Bürgermeister und Ratsherren der Städte am Johannistag, dem wichtigsten Festtag im Sommerhalbjahr, gemeinsam morgens den Gottesdienst in der Lübecker Marienkirche. In einer Prozession schritten die Delegierten dann in das nahe gelegene Rathaus. Mit dem gemeinsamen Sitzen im Lübecker Ratsgestühl im Gottesdienst wie mit der Prozession verdeutlichten sie, dass sie analog dem Ratskörper einen Körper bildeten.2 Im Hansesaal des Lübecker Rathauses nahmen sie anschließend auch wieder wie der Rat Platz auf den dort ste- henden Bänken, von denen nur eine Wange mit der Darstellung eines Propheten er- halten ist. Abb. 1: Wange des Hansegestühls 1 S. zum Begriff Kontor und den hansischen Stapelplätzen HAMMEL-KIESOW, Hanse, S.48f., S.61ff. 2 Zum Körper des Rates s. POECK,...

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