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Die Herren der Hanse

Delegierte und Netzwerke

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Dietrich W. Poeck

Was war die Hanse? Ein Städtebund? Diese Untersuchungen betrachten die «Städtehanse» unter einem neuen Aspekt und kommen zu einer anderen Antwort auf diese seit hundert Jahren strittige Frage. Im Mittelpunkt stehen die Ratsherren, die als Delegierte Städte auf dem Hansetag vertraten und die hansische Politik bestimmten. Es zeigt sich, dass diese Herren nicht an erster Stelle auf die Interessen einer Stadt verpflichtet waren. Sie waren verwandtschaftlich und geschäftlich mit führenden Kaufleuten und Ratsherren in anderen Städten verbunden. Auf Hansetagen trafen sie enge Geschäftspartner und Verwandte wie Cousins, Schwäger, Onkel oder sogar Brüder, die als Delegierte anderer Städte auftraten. Die (handelspolitischen) Interessen dieser städteübergreifenden Netze vertraten die Delegierten auf den Versammlungen. Auf Hansetagen wurden die unterschiedlichen Netze immer wieder zum Netzwerk Hanse verbunden.

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IV Ausblick - 483

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Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoein- bettung, Arial, Typoeinbettung, Typoeinbettung, Typoeinbettung, IV Ausblick Die Betrachtung der Delegierten des Lübecker Hansetages vom Juni 1418 führte uns schon mehrfach bei der Darstellung ihrer Beziehungsnetze in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Netzwerke als Grundlage hansischer politischer Zusammenarbeit, wie wir sie für die Zeit von 1350 bis 1450 so deutlich beschreiben konnten, sollen für die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts nun noch ganz knapp im Blick auf einige Bei- spiele vorgestellt werden.1 Wir wollen von dem bekannten Lübecker Bürgermeister Hinrik (I.) Castorp ausgehen. Seine politische Leistung ermöglichte der `Hanse und Lübeck das Weiterbestehen ihrer Machtstellung in Nordeuropa bis in das 16. Jahr- hundert.A2 Castorp war sich dabei der Ziele und Mittel wohl bewusst. Für ihn waren Verhandlungen das bevorzugte Mittel, nicht militärische Aktionen. Dieses fasste er in dem viel zitierten Wort zusammen: Latet uns dagen, wente dat vänlein is licht an de stange gebunden, aver it kostet vel, it mit ehren wedder af to nehmen.3 Die politische Tätigkeit Castorps soll hier nicht noch einmal vorgestellt werden. Das hat sein Bio- graph im Blick auf die Hauptschwerpunkte seiner Tätigkeit überzeugend geleistet.4 Unserem Untersuchungsziel entsprechend wollen wir nach Castorps Netzwerk fragen. Hinrik (I.) Castorp kam aus Dortmund. Dort hatten er und seine Brüder Hans und Gerd 1451 Anspruch auf husere, lantgudere unde andere gudere, die sich im Besitz ihrer Mutter befanden.5 1473 lebten Töchter seiner Schwester Kunneke, die einen Eggerd...

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