Show Less

Methodische Vielfalt in der Erforschung interkultureller Kommunikation an deutschen Hochschulen

Series:

Elke Bosse, Beatrix Kreß and Stephan Schlickau

Dieser Sammelband setzt sich zum Ziel, ein weites Spektrum universitärer Auseinandersetzung mit interkultureller Kommunikation zu umreißen. Dieses Spektrum reicht von den angewandten Forschungsmethoden über Lehrforschungs- bis zu konkreten Praxisprojekten. Die Vielfalt aktueller Beschäftigung mit dem noch immer relativ neuen Forschungsgegenstand spiegelt sich ebenfalls in den Beiträgen: Die wissenschaftlichen Hintergründe der Autoren bilden die Sprachwissenschaft, die Psychologie oder die Erziehungswissenschaft. Der Band wendet sich an Wissenschaftler, Studierende und Praktiker und möchte einen Beitrag zur interdisziplinären Diskussion in einem Umfeld leisten, dessen Erforschung nicht zuletzt durch die voranschreitende Internationalisierung von Hochschulen zunehmend handlungsrelevant wird.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Matthias Otten - Ein methodologischer Kompass für die interkulturelle Kommunikationsforschung - 23

Extract

Ein methodologischer Kompass für die interkulturelle Kommunikationsforschung Matthias Otten Lost in Space? Eine Einleitung Zahlreiche neuere Publikationen betonen die große Vielfalt an wissenschaft- lichen Disziplinen, Ansätzen, Konzepten und Methoden zur empirischen Ana- lyse von Formen interkultureller Kommunikation – oder genauer: von verstehens- und kommunikationsbedeutsamen Phänomenen kultureller Fremdheits- und Differenzerfahrungen (vgl. Asante/Yoshitake/Yin (2008b); Gudykunst/Mody (2002); Kotthoff/Spencer-Oatey (2007); Lüsebrink (2004); Moosmüller (2007b); Spencer-Oatey/Franklin (2009); Straub/Weidemann/ Weidemann (2007)). Der multidisziplinäre Zugriff ist dem „Gegenstand“ der interkulturellen Kommunikation einerseits durchaus angemessen und zudem intellektuell reizvoll. Andererseits ergeben sich daraus aber auch besondere Schwierigkeiten hinsichtlich der konzeptionellen und begrifflichen Verstän- digungsmöglichkeiten über Theorien, Forschungsergebnisse und die Plausibilität eventueller praktischer Schlussfolgerungen. Das betrifft den Dialog zwischen den beteiligten Disziplinen und Fächern ebenso wie den Dialog zwischen Forschung und Praxis. Mit dem idealistischen Streben nach neuen theoretischen Einsichten und innovativen praktischen Problemlösungen, die mit der Etablierung neuer Teil- wissenschaftsgebiete wie der interkulturellen Kommunikationsforschung prokla- miert werden, beginnt auch gleich der Kampf um Anerkennung und Abgrenzung in und zwischen den beteiligten Disziplinen. Einige scheinen mit der Konjunktur der interkulturellen Thematik die Chance zu wittern, die eigene Disziplin als Leitwissenschaft in Stellung zu bringen (für die Anthropologie z. B. König (2004)). Andere wiederum kritisieren den nomologischen Mainstream ihrer eigenen Disziplin dafür, die Impulse und Wegweisungen zu übersehen, die der cultural turn über Disziplinengrenzen hinweg in den Kultur- und Sozialwis- senschaften ausgelöst hat (für die Psychologie z. B. Ratner/Straub/Valsiner (2001); Straub/Weidemann (2006)). Solche Prozesse...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.