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Methodische Vielfalt in der Erforschung interkultureller Kommunikation an deutschen Hochschulen

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Edited By Elke Bosse, Beatrix Kreß and Stephan Schlickau

Dieser Sammelband setzt sich zum Ziel, ein weites Spektrum universitärer Auseinandersetzung mit interkultureller Kommunikation zu umreißen. Dieses Spektrum reicht von den angewandten Forschungsmethoden über Lehrforschungs- bis zu konkreten Praxisprojekten. Die Vielfalt aktueller Beschäftigung mit dem noch immer relativ neuen Forschungsgegenstand spiegelt sich ebenfalls in den Beiträgen: Die wissenschaftlichen Hintergründe der Autoren bilden die Sprachwissenschaft, die Psychologie oder die Erziehungswissenschaft. Der Band wendet sich an Wissenschaftler, Studierende und Praktiker und möchte einen Beitrag zur interdisziplinären Diskussion in einem Umfeld leisten, dessen Erforschung nicht zuletzt durch die voranschreitende Internationalisierung von Hochschulen zunehmend handlungsrelevant wird.

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Teil I: Forschungsmethoden

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Semi-professionelle Ethnologie: Das KulturLogbuch™ als Instrument zur Strukturierung interkultureller Erfahrungen Jürgen Beneke Für Regina – danke für fünfzig gemeinsam gelebte Jahre Vorüberlegungen zu Empirie und Hermeneutik Durch Erfahrung wird man klug, wie die alte Schulweisheit uns glauben machen will. Aber dies gilt in Wahrheit nur eingeschränkt, wenn überhaupt. In „inter- kulturellen“ Begegnungssituationen gar ist auf Erfahrung allein kaum Verlass, denn alles, was wir „erfahren“, tritt ja nicht als factum brutum an uns heran, gewissermaßen in der Unschuld des Tatsächlichen, sondern als bereits Gedeu- tetes, als Exemplar einer Wahrnehmungskategorie, als „Sinn“ einer Handlung. Wir bemerken dies in der Regel21 so lange nicht, wie wir uns innerhalb unserer vertrauten kulturellen Umgebung bewegen. Die nur scheinbar tautologische Formulierung Nancy Adlers eignet sich dazu, unsere Bereitschaft, uns auf „Kultur“ und „Fremdheit“ überhaupt erst einmal einzulassen, zu wecken: “Culture is only a problem when it is a problem.“ Unsere Kultur steuert die Wahrnehmung unserer Welt, bietet uns ein Orien- tierungssystem zur Sinnkonstitution und hält standardisierte Verhaltensweisen zur Bewältigung des Lebens in ebendieser Kultur bereit: • Kultur ist ein welterklärendes und handlungssteuerndes System von Selbstverständlichkeiten. • Handlungssteuernd sind vor allem Einstellungen, Überzeugungen und Werte. • Über ihre Kultur vergewissern sich die Angehörigen einer (Kultur-) Gemein- schaft ihrer sozialen Identität. • Im Prozess des Erwerbs und der Aufrechterhaltung dieser Identität werden die innerhalb der Gruppe wahrgenommenen Unterschiede zum Zweck der Gruppenkohäsion minimiert („Wir-Gefühl“, „In-Group“ nach innen). • Die Unterschiede nach außen, gegenüber „Fremden“, werden...

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