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Nelson Mandela

Political Leadership im südafrikanischen Transformationsprozess

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Georg Bacher

Die Lehren, die aus den Erfahrungen des größtenteils friedlichen Übergangs zur Demokratie in Südafrika gezogen werden können, sind zweifellos für alle anderen Staaten auf der Welt interessant, die sich in einem ähnlichen politischen Prozess befinden. Die Bedeutung, die Political Leader in Gesellschaften haben, die sich in einer politischen Übergangsphase oder in einem Friedensprozess befinden, ist ein offensichtliches aber wenig diskutiertes Phänomen. Alle Experten und politischen Beobachter sind sich darüber einig, dass die Person Nelson Rolihlahla Mandela eine ganz herausragende Rolle im südafrikanischen Übergangsprozess gespielt hat. In dieser Arbeit wird versucht, einige wesentliche Aspekte der Persönlichkeit dieses Politikers darzustellen und seine Vorstöße und Initiativen im politischen Übergangsprozess Südafrikas herauszuarbeiten.

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4. Mandela als südafrikanischer Staatspräsident 181

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181 4. Mandela als südafrikanischer Staatspräsident 4.1. Zusammenarbeit im "Goverment of National Unity" Mandelas eigentliche Karriere als Regierungspolitiker war relativ kurz und dauerte nur von 1994 bis 1999. Mandela war Regierungschef79 eines "Government of National Unity" – eine nach dem Proporzsystem zusammengesetzte Regierung mit 27 Ministerien unter Teilnahme aller Parteien, die bei den Wahlen mehr als fünf Prozent der Stimmen erreicht hatten80. Die NP erhielt fünf Ministerien, darunter das wichtige Finanz- und Landwirt- schaftsministerium und das Ministerium für Verfassungsentwicklung mit Roelf Meyer an der Spitze. Die IFP erhielt drei Ministerien, wobei Mandela ganz bewusst Buthelezi das wichtige Amt des Innenministers übergab, womit er Buthelezis Ergeiz in Bezug auf Ämter befriedigte81 (vgl. Beinart 2001, 294). In Anbetracht von Buthelezis destabilisierender Rolle im Übergangsprozess ist dieser Schritt Mandelas beachtlich. Dieser Pragmatismus half ganz wesentlich bei der Entschärfung des Konflikts zwischen IFP- und ANC- Anhängern. Bei der Vergabe der wichtigsten Regierungsämter zeigte sich, dass vor allem ältere verdiente Kämpfer aus der Anti-Apartheid-Bewegung zum Zug kamen. Vizepräsidenten wurden Thabo Mbeki und F.W. de Klerk. Wichtige Ressorts im ANC übernahmen der Umkhonto-Aktivist Joe Modise (Verteidigung), Joe Slovo (Wohnungsbau) und Trevor Manuel (Handel und Industrie) sowie der ehemalige UDF-Aktivist Tito Mboweni (Ar- beitsministerium). Winnie Mandela war als stellvertretende Ministerin für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technologie (Minister war Ben Ngubane) ebenfalls im Kabinett vertre- ten. Wichtig in Mandelas Regierung waren zudem der Kabinettchef Jakes Gerwell und Nicholas (Fink) Haysom, der als Rechtsberater fungierte und bereits im Verhandlungspro-...

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