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Brasilien auf dem Weg zum Global Player

Das politische Vermächtnis Lulas

Marcus Hölzl

Die politische Weltordnung ist im Umbruch. Die unipolare Stellung der USA geht ihrem Ende entgegen und weicht einer neuen Multipolarität. Neben China und Indien wird in dieser auch Brasilien eine essentielle Rolle spielen. Lange Zeit stellte es nur einen an der Peripherie angesiedelten Entwicklungsstaat dar, doch lässt sich nun eine Aufbruchsstimmung ausmachen, an der die Wahl des Linkspolitikers Lula zum Präsidenten im Jahr 2002 maßgeblichen Anteil hatte. Nach acht Jahren unter seiner Ägide ist es angebracht, den Fokus auf die Errungenschaften brasilianischer Innen- und Außenpolitik zu richten. Ist es Lula gelungen, Brasilien in der internationalen Gemeinschaft jenen Status zu verschaffen, den das Land gemäß seinem Selbstverständnis für sich in Anspruch nimmt: jenen eines Global Player?

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7 Anhang 271

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271 7. Anhang 7.1 Ein kleines ABC der Begrifflichkeiten Einige Termini, derer ich mich im Zuge meiner Ausführungen bedient habe, be- dürfen einer näheren Definition. Nicht unbedingt, weil sie in ihrer Bedeutung nicht greifbar oder verständlich wären (politikwissenschaftliche Fachausdrücke wie Unilateralismus, Unipolarität oder Hegemonie haben in den letzten Jahren aus weltpolitisch gegebenem Anlass vielfache Verwendung in den Medien ge- funden und wurden so einer breiten Masse der politisch interessierten Bevölke- rung bekannt, ohne dass diese sich jemals spezifisch mit Weltordnungsmodellen und Geopolitik auseinandergesetzt hätte), sondern vielmehr, damit ihre oftmali- ge Vielschichtigkeit und auf den ersten Blick womöglich nicht erkennbaren Fa- cetten aufgezeigt werden können. • Bipolarität Ein internationales System, in dem es zwei dominierende Mächte gibt. Das gängigste Beispiel für eine solche Weltordnung ist der Kalte Krieg mit den beiden wesentlichen Akteuren USA und Sowjetunion. Eine inten- sive Debatte wird von Theoretikern der internationalen Beziehungen da- rüber geführt, ob bipolare oder multipolare Systeme kriegsträchtiger sei- en.651 Eine klare Antwort auf diese Frage kann jedoch nicht gegeben wer- den: obgleich ein bipolares System aufgrund der begrenzten Zahl an Ak- teuren berechenbarer erscheint und der Kalte Krieg in keinen offenen Konflikt ausgeartet ist, fanden doch zahlreiche Stellvertreterkriege in ver- schiedenen Regionen der Welt (Vietnam oder Afghanistan) statt. Zudem gibt es auch historische Beispiele von bipolaren Weltordnungen, die Krie- ge nach sich zogen (Rom und Karthago). • Demokratischer Frieden Die These des demokratischen Friedens besagt, dass demokratische...

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