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Das deuteronomistische Geschichtswerk

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Edited By Hermann-Josef Stipp

Martin Noths These vom «Deuteronomistischen Geschichtswerk» (DtrG) gehörte zu den erfolgreichsten Theorien der historisch-kritischen Bibelwissenschaft des 20. Jahrhunderts. Gleichwohl werden seine Annahmen neuerdings zunehmend bezweifelt. Die «Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Alttestamentlerinnen und Alttestamentler» (AGAT) hat diese Tatsache zum Anlass genommen, auf ihrer Jahrestagung 2009 in Salzburg die aktuelle Debatte zu sichten, das Recht der Hypothese zu prüfen und nach nötigen Modifikationen oder Alternativen zu fragen. Dieser Band enthält die Aufsätze, die aus den auf der Konferenz vorgetragenen Referaten hervorgegangen sind.

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Georg Braulik - Die deuteronomistische Landeroberungserzählung aus der Joschijazeit in Deuteronomium und Josua 89

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Die deuteronomistische Landeroberungserzählung aus der Joschijazeit in Deuteronomium und Josua Georg Braulik OSB, Wien 1. Die Theorie einer „Deuteronomistischen Landeroberungserzählung“: Zur Forschungsgeschichte Norbert Lohfink hat in seinen frühen Arbeiten über „Darstellungskunst und Theologie in Dtn 1,6-3,29“1 und „Die deuteronomistische Darstellung des Über- gangs der Führung Israels von Mose auf Josue“2 eine literarisch eigenständige Schicht vermutet, die das Deuteronomium mit dem Josuabuch verbindet, sich in den folgenden Büchern aber nicht fortsetzt. 1981 hat er sie im Zusammenhang mit einer Untersuchung der Wurzel 3 im Artikel „Kerygmata des Deutero- nomistischen Geschichtswerks“ etwas breiter beschrieben.4 Spätere Arbeiten haben sie, vor allem in den Textstrukturen, noch weiter profiliert. Der Name „deuteronomistische Landeroberungserzählung“ – Kürzel „DtrL“ –, den Loh- fink dem Darstellungsgefüge gab, hängt mit dessen Leitvorstellung zusammen: „der militärischen Eroberung des gesamten Landes, der Vernichtung I ) der gesamten Bevölkerung und der nachfolgenden Inbesitznahme () des Landes und seiner Verteilung“.5 Zu diesen Aussagenfeldern kommt dann praktisch „noch ein Zusammenhang mit Aussagen über die Verpflichtung und Beobach- tung der Tora hinzu“.6 Für , „in Besitz nehmen, den Besitz von jemanden übernehmen, erobern“, ist in DtrL entscheidend, dass sein Subjekt stets ganz Is- rael bzw. eine Teilgruppe von Stämmen und dass sein Objekt das von JHWH vor- gängig gegebene Land ist.7 Die Inbesitznahme wird als Annahme der Gabe des zugeschworenen bzw. ausgelieferten Landes verstanden. Im Hintergrund steht 1 N. LOHFINK, Darstellungskunst, 105-134 [15-44]. In eckigen Klammern werden im Fol-...

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