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Das deuteronomistische Geschichtswerk

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Edited By Hermann-Josef Stipp

Martin Noths These vom «Deuteronomistischen Geschichtswerk» (DtrG) gehörte zu den erfolgreichsten Theorien der historisch-kritischen Bibelwissenschaft des 20. Jahrhunderts. Gleichwohl werden seine Annahmen neuerdings zunehmend bezweifelt. Die «Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Alttestamentlerinnen und Alttestamentler» (AGAT) hat diese Tatsache zum Anlass genommen, auf ihrer Jahrestagung 2009 in Salzburg die aktuelle Debatte zu sichten, das Recht der Hypothese zu prüfen und nach nötigen Modifikationen oder Alternativen zu fragen. Dieser Band enthält die Aufsätze, die aus den auf der Konferenz vorgetragenen Referaten hervorgegangen sind.

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Erhard Blum - Das exilische deuteronomistische Geschichtswerk 269

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Das exilische deuteronomistische Geschichtswerk Erhard Blum, Tübingen Martin Noths Hypothese des deuteronomistischen Geschichtswerks (DtrG) war nicht nur eine der erfolgreichsten literargeschichtlichen Hypothesen der alttesta- mentlichen Wissenschaft; die sie tragenden Einsichten verdienen gerade auch in der gegenwärtigen Forschungssituation sorgfältigste Beachtung. Allerdings nö- tigt die gegenwärtige Diskussionslage zunächst dazu festzuhalten, was mit dem Begriff des „deuteronomistischen Geschichtswerks“ bezeichnet werden soll. Jedenfalls seit den 1950er Jahren ist die Bezeichnung an die grundlegende Analyse M. Noths1 gebunden. Hinsichtlich der Abgrenzung dieses Werks war die Hypothese allerdings von Anfang an in einer gewissen Offenheit angelegt.2 Insofern konnten etwa H.W. Wolff, F.M. Cross oder R. Smend3 ihre redaktions- geschichtlichen Differenzierungen mit gutem Recht als Modifikationen des Nothschen Modells verstehen.4 Anders verhält es sich mit der derzeit beliebten pluralen Rede von „den dtr Geschichtswerken“, die ebenso einen Enneateuch wie einen Zusammenhang in Samuel-Könige allein umgreifen kann. Der freizü- gige Umgang mit dem einigermaßen fest eingeführten Label ist in diesem Falle zwar nicht so beliebig wie bei den diversen Jahwisten und Elohisten im Penta- teuch, aber auch beim DtrG erscheint mir eine gewisse terminologische Diszi- plin hilfreich. Im Anschluss an Noth spreche ich deshalb nur dann von einem „DtrG“, wenn ein literarisch-kompositorischer Zusammenhang von *Dtn bis *Kön ange- nommen wird, in dem eine Prägung durch deuteronomistische Konzeptionen (wie die Forderungen von „Kulteinheit“ und „Kultreinheit“) aufgezeigt werden kann. Dies ist selbstverständlich eine terminologisch-konventionelle Sprachre- gelung – die sich m.E. jedoch schon aus Gründen der forschungsgeschichtlichen...

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