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Bildung als Aufgabe

Zur Neuvermessung der Pädagogik

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Edited By Thomas Mikhail

Die Pädagogik als Wissenschaft steht heute vor neuen Herausforderungen. In der Zeit nach PISA wird die Vorstellung, es genüge, die Bildungslandschaft zu vermessen, zunehmend als Verfremdung ihrer eigentlichen Aufgabe erkannt. Die Frage nach dem Maß, von dem her bzw. auf das hin Messungen legitimiert und orientiert werden können, rückt wieder in das Blickfeld der Forschung. Die empirische Erziehungswissenschaft vermag dieses Maß nicht zu besorgen. Gefordert ist das, was man bildungsphilosophische Reflexion im weitesten Sinne nennen muss. Ihre Aufgabe wird es sein, über die Voraussetzungen und Grundlagen, Begriffe und Normen pädagogischen Handelns nachzudenken. Vor diesem Hintergrund will der Band zur Besinnung auf pädagogische (Grund-)Fragen beitragen.

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Johann J. Beichel - Zur Renaissance des Emotionalen in der Ästhetischen Bildung 195

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195 Johann J. Beichel Zur Renaissance des Emotionalen in der Ästhetischen Bildung „Wenn nun die Dispositionen, mit denen wir die Wahrheit treffen ... Wis- senschaft, Klugheit, Weisheit und intuitive Vernunft sind, von den dreien aber (mit den dreien meine ich: Klugheit, Wissenschaft, Weisheit) keines die Prinzipien zum Gegenstand haben kann, dann bleibt nur, dass es die intuitive Vernunft (nous) ist, welche die Prinzipien erfasst,“ lehrt uns Aris- toteles. (Nikomachische Ethik, 6. Buch, Übersetzung: Ursula Wolf 2006) Wenn ausgewiesene Aristoteleskenner das griechische nous an das intuitive, sprich gefühlte Verstehen und damit an Vorkognitives begrifflich und inhaltlich annähern, dann dürfen wir, auch unter Berücksichtigung aller Vorsicht mit „alten“ Texten aus antikem Denken, zumal in kunstnaher Argumentation, das intuitive und affektive Handeln nicht außer Acht lassen. In diesem Kontext und in dieser traditionsintegrativen Konsequenz wissenschaftli- chen Denkens sind auch die „Emotionalisten“ David Hume und Adam Smith, nach ihnen auch der „Intuitionalist“ Henry Bergson als Forscher über das Schöpfe- rische in der Ästhetik ans Werk gegangen und haben darüber hinaus und lange vor Schiller und Herbart die Brücke zum Guten im sittlichen Handeln gesucht. Wenn wir ferner im modernen analytischen und systematischen Denken moralische und ästhetische Werturteilsfähigkeit unterscheiden, so sind wir immer darauf ange- wiesen, über die sinnliche Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit auch die Aspekte des Emotionalen zu beleuchten. Für einen Verfasser, welcher auch der Ästheti- schen Erziehungspraxis entstammt, ist es eine innere Notwendigkeit, jedem Aus- schluss der Aspekte des Emotionalen entgegenzutreten, der bei den...

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