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Biographieorientierung in der Pflegebildung

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Edited By Ingrid Darmann-Finck and Miriam Tariba Richter

Mit dem Konzept der Biographieorientierung bzw. des biographischen Lernens werden die Begründungen und Methoden der Biographieforschung für die Förderung des Selbstverstehens der Pflegenden und des Fremdverstehens von zu Pflegenden in der Pflegeaus-, -fort- und -weiterbildung nutzbar gemacht. Das Buch hat zum Ziel, den Ansatz des biographischen Lernens theoretisch zu begründen, empirische Erfahrungen weiterzugeben sowie konkrete Anhaltspunkte für die Unterrichtsgestaltung zu vermitteln.

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II Biographisches Lernen als biographische Selbstreflexion der Pflegenden - 113

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II Biographisches Lernen als biographische Selbstreflexion der Pflegenden 115 Biographische Selbstreflexion im Pflegeunterricht Steffen Kirchhof Einleitung Angesichts der Anforderung an den modernen Menschen, sich in einer immer dynamischer wandelnden Welt und einer offenen Zukunft zurechtzufinden, wird der Anspruch, den Blick auf die eigene Biographie einzuüben, so wie es Peter Alheit (2008) beschreibt, zur Schlüsselkompetenz der Moderne. Vielfältige Pub- likationen haben mittlerweile diesen Anspruch für die berufliche Bildung aufge- griffen und die Notwendigkeit proaktiver Orientierung und Selbstverantwortung in Konzepte einer „berufsbiographischen Gestaltungsfähigkeit“ (Munz 2007) oder „Veränderungskompetenz“ (Wittwer 2001) übersetzt. Während mit diesen Konzepten solche biographischen Aneignungsmodelle favorisiert werden, die den Verlust der beruflichen Sicherheit mit der persönlichen Orientierung an ei- genen Interessen, Wünschen und Ressourcen zu beantworten suchen, kommen der (Wieder-)Entdeckung und Reflexion der persönlichen biographischen Spur im Pflegeunterricht noch weitere Perspektiven zu. Gemeint ist die Förderung be- ruflicher Identität, die Reflexion beruflicher Sozialisationsprozesse, die Explora- tion informell erworbener Kompetenzen sowie die Entwicklung psychosozialer Kompetenzen von Pflegenden und damit einhergehend eine Bewusstheit für ei- gene Werte, Motive und Gefühle, so wie sie sich in der individuellen biographi- schen Entwicklung bei der Berufswahl und beim beruflichen Erleben als leitend und handlungsrelevant zeigen. Die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte stellt sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden eine besondere Herausforderung dar. So gehört es keineswegs zu den Selbstverständlichkeiten des Alltags, sich im Hin- blick auf das eigene Gewordensein zu hinterfragen und...

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