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Text und Stil

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Zofia Bilut-Homplewicz, Agnieszka Mac, Marta Smykala and Iwona Szwed

Der Band stellt das Verhältnis zwischen Text und Stil in den Vordergrund und behandelt in seinen Beiträgen die wechselseitigen Bezüge der Disziplinen Textlinguistik und Stilistik. Die Aufsätze bieten theoretische Reflexionen zum Thema sowie praktische Analysen von Textsorten und den Stilmitteln im Text und im Diskurs. Zudem untersuchen sie die Stellung von Text und Stil in den unterschiedlichen Medien, Übersetzungsleistungen wie auch in der Fremdsprachendidaktik. Die breit angelegte Problematik macht deutlich, dass die scheinbar selbstverständliche Relation zwischen Text und Stil unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden kann und dass strukturelle, pragmatische und kognitive Aspekte in der modernen Forschung nicht als antagonistisch, sondern als komplementär anzusehen sind.

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Kapitel 3 Stilmittel in Text und Diskurs

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261 Heinz-Helmut Lüger (Koblenz-Landau) Höflichkeit und Textstil Vorbemerkungen Stil und Höflichkeit haben eines gemein: Beide Begriffe kennzeichnen die Art und Weise der Ausführung kommunikativer Handlungen. Dabei umfaßt ,Stil‘ all die Ausdrucksmöglichkeiten, die je nach Situation, Medium, Rolle, Intention, Gefühlslage oder Zeitbezug, um nur einige Variablen zu nennen, in Betracht kommen können. Der Höflichkeits-Begriff dagegen zielt auf eine ganz spezielle Handlungsrealisation ab, nämlich darauf, wie die Kommunikationsbeteiligten wechselseitige Respektbezeugung zum Ausdruck bringen. Höflichkeit ist eng mit der Alltagskommunikation verknüpft, auch wenn dies den Beteiligten gar nicht immer präsent sein muß. Ohne Beziehungspflege, ohne Regelung des Miteinander ist Kommunizieren generell kaum vorstellbar; jeder Austausch, ob schriftlich oder mündlich, etabliert gleichzeitig eine bestimmte Form der Partner-Konstellation, bestätigt oder verändert diese und sorgt damit für eine gemeinsame Verständigungsgrundlage. Das hierfür nötige Zusammenspiel zwi- schen den Beteiligten und deren gemeinschaftliche Leistung kommt in mündlicher Kommunikation deutlicher zum Ausdruck als in schriftlicher, der interaktive Cha- rakter wird in dialogischer Wechselrede eher manifest als in schriftkonstituierten Texten. Diese – keineswegs neue – Beobachtung hat in den letzten Jahrzehnten auch die linguistische Pragmatik zunehmend beschäftigt und zu zahlreichen Detailstudien geführt. Das Anliegen der folgenden Ausführungen besteht nun weniger darin, neue höflichkeitstheoretische Postulate zu entwerfen, als vielmehr das Verhältnis von Höflichkeit und Textstil an Beispielen zu charakterisieren.1 Als Ausgangsbasis fungieren dabei Dialogpassagen aus dem 1899 erschienenen Roman Der Stechlin von Theodor Fontane.2 Der Text...

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