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Kapitalstrukturdynamik deutscher börsennotierter Unternehmen

Wechselwirkung von Finanzierungsmaßnahmen, Investitionspolitik und Charakteristika der Vorstandsvorsitzenden

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Christian Annetzberger

Die empirische Forschung zur Kapitalstruktur ist maßgeblich durch die Frage nach der Höhe der Fremdkapitalquote geprägt. Über die zeitliche Stabilität und die Entscheidungsrelevanz der Kapitalstruktur besteht, insbesondere im Kontext deutscher Unternehmen, kein umfassendes Erkenntnisfundament. In dieser Arbeit wird durch auf dem modelltheoretischen Kenntnisstand aufbauende ökonometrische Analysen ein komplexer Prozess der Kapitalstrukturrealisation herausgearbeitet. Deutsche börsennotierte Unternehmen weisen eine vom Wechsel des Vorstandsvorsitzenden beeinflusste Kapitalstrukturdynamik auf und berücksichtigen die Kapitalstruktur bei Finanzierungsmaßnahmen synchron, bezüglich des Finanzierungsbedarfs dynamisch sowie im Kontext hoher Investitionsausgaben antizipativ.

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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung „Executives rely heavily on practical, informal rules when choosing capi- tal structure.“ [Graham / Harvey (2001) ]1,2 Finanzwissenschaftliche Befragungsanalysen werden mit dem Ziel einer Projektion des Entscheidungsverhaltens durchgeführt. Es soll eine Aus- sage über die Vereinbarkeit theoretischer Ansätze mit den Implikatio- nen und Ergebnissen von Handlungen im Finanzierungskontext getroffen werden. Da ein umfangreiches theoretisches Bewusstsein über die Be- deutung der Kapitalstruktur besteht, irritiert das allgemeine Ergebnis ei- ner pragmatischen Vorgehensweise der verantwortlichen Manager. Aus finanztheoretischer Perspektive sollte die Wahl der Kapitalstruktur nach festen Kriterien, die ihren Ursprung in der Steigerung des Unterneh- menswerts finden, erfolgen. Indes existieren in den Hintergründen teil- weise differierende Ansätze zur Ausgestaltung der Kapitalstruktur. Ne- ben den mit der Fremdkapitalfinanzierung verbundenen Steuervorteilen und Insolvenzrisiken werden insbesondere Anreizwirkungen für die In- teressengruppen eines Unternehmens und variierende Marktbedingun- gen als die Entscheidungssituation beeinflussend angenommen. Die den Theorien zuordenbaren Einflussfaktoren der Kapitalstrukturwahl sollten, um auch eine Aussage über die relative Bedeutung von Ansätzen der Ka- pitalstrukturtheorie treffen zu können, eine unterschiedliche Erklärungs- kraft besitzen. Ein Entscheidungsverhalten, das auf eine undifferenzierte Vorgehensweise hinweist, indiziert demnach insbesondere auch eine in- haltliche Diskrepanz zwischen der Vielfalt der Finanzierungstheorie und der empirischen Unternehmensfinanzierung. 1 Die Aussage fasst die Ergebnisse einer Befragungsanalyse von US-Unternehmen zur Unternehmensfinanzierung hinsichtlich des Themenkomplexes Kapitalstruktur zusammen. Graham / Harvey (2001), S. 189. 2 Drobetz / Wanzenried (2006) leiten ein vergleichbares Verhalten in einer Befra- gung von Finanzvorständen im deutschsprachigen Raum über den Themenkomplex Unternehmensfinanzierung ab: „Insgesamt zeigt...

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