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Kapitalstrukturdynamik deutscher börsennotierter Unternehmen

Wechselwirkung von Finanzierungsmaßnahmen, Investitionspolitik und Charakteristika der Vorstandsvorsitzenden

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Christian Annetzberger

Die empirische Forschung zur Kapitalstruktur ist maßgeblich durch die Frage nach der Höhe der Fremdkapitalquote geprägt. Über die zeitliche Stabilität und die Entscheidungsrelevanz der Kapitalstruktur besteht, insbesondere im Kontext deutscher Unternehmen, kein umfassendes Erkenntnisfundament. In dieser Arbeit wird durch auf dem modelltheoretischen Kenntnisstand aufbauende ökonometrische Analysen ein komplexer Prozess der Kapitalstrukturrealisation herausgearbeitet. Deutsche börsennotierte Unternehmen weisen eine vom Wechsel des Vorstandsvorsitzenden beeinflusste Kapitalstrukturdynamik auf und berücksichtigen die Kapitalstruktur bei Finanzierungsmaßnahmen synchron, bezüglich des Finanzierungsbedarfs dynamisch sowie im Kontext hoher Investitionsausgaben antizipativ.

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4 Wechsel der Vorstandsvorsitzenden deutscher börsennotierter Unternehmen und Kapitalstrukturdynamik

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161 4 Wechsel der Vorstandsvorsitzenden deutscher börsennotierter Unternehmen und Kapitalstrukturdynamik 4.1 Einleitung – Analyse der Kapitalstrukturdynamik bei Einbezug von Entscheidungsträgern Bei Befragungen zeigt sich, dass verantwortliche Unternehmensmanager bei der Entscheidung über den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapi- tal Größen mit einem subjektiven Charakter Bedeutung beimessen [Gra- ham / Harvey (2001)]. Zudem sind im Entscheidungsverhalten der Un- ternehmen personengebundene Muster auszumachen [Hambrick / Ma- son (1984), Bertrand / Schoar (2003)]. Von wissenschaftlichen Interesse ist demzufolge, inwiefern die unternehmensspezifische Kapitalstruktur durch die Eigenschaften der Entscheidungsträger mitbestimmt ist. Hier- für ist ein ganzheitliches Bewusstsein über die Einflüsse des Managers auf die Kapitalstruktur zu entwickeln. Zudem ist die Möglichkeit eines Abgleichs persönlicher Einflüsse auf die Kapitalstruktur mit empirischen Beobachtungen von Unternehmen auszuarbeiten. Die Existenz eines Entscheidungsträgers findet in der neoinstitutionalis- tischen Kapitalstrukturtheorie Berücksichtigung. Den Ansätzen ist hier die Annahme gemein, dass der Manager durch die Wahl der Kapital- struktur entweder den Unternehmenswert oder erwartungsgemäß den individuellen Nutzen maximiert. In Abbildung 4.1 sind auf Grundlage der Konflikte um das Unternehmen die theoretischen Einflüsse der Entschei- dungssituation Kapitalstrukturwahl zusammengefasst. Unter Bezug auf eine direkte Verbindung sind als relevante Interessengruppen die Ka- pitalgeber sowie der die Finanzierungspolitik umsetzende Manager zu identifizieren. Die sich ergebenden Problematiken umfassen insbeson- dere die aus unterschiedlichen Auszahlungsprofilen für die Kapitalge- ber resultierenden Gefahren der Über- und Unterinvestition. Die Durch- setzbarkeit entsprechender Strategien des Unternehmens hängt von der Vereinbarkeit mit den Einstellungen des Managers beziehungsweise der Möglichkeit des...

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