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Die Philosophie und die UNESCO

Mit einem Nachwort von Jacques Poulain- Im Auftrag der Deutschen UNESCO-Kommission aus dem Französischen übersetzt von Hans Jörg Sandkühler

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Patrice Vermeren

«Es gibt keine UNESCO ohne Philosophie» – so die programmatische Erklärung dieser 1945 mit dem Ziel dauerhaften Friedens entstandenen Weltorganisation. Ohne sich auf eine bestimmte Philosophie festzulegen, versteht sie sich als eine ‘philosophische Institution’: Sie will ihren Beitrag leisten durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur, um in der ganzen Welt die Achtung vor Recht und Gerechtigkeit, vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten zu stärken. Es handelt sich um eine Zielsetzung, die mit Mitteln, die selbst philosophischer Natur sind, zur praktischen Anwendung einer Philosophie des Rechts, der Menschenrechte und der Universalgeschichte verpflichtet. In dieser Perspektive hat der Autor eine Geschichte der intellektuellen und institutionellen Beziehungen zwischen der UNESCO und der Philosophie seit 1945 verfasst.

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IX

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Philosophische Lehre und Demokratie in der Welt Seit 1994 ist die Philosophie-Abteilung direkt angebunden an einen bei- geordneten Generaldirektor66. Seitdem gibt es neue Schwerpunkte: das Programm ‹Demokratie und Philosophie in der Welt›, die ‹Philosophi- schen Treffen der UNESCO› und die UNESCO-Lehrstühle für Philoso- phie. Die erste internationale Umfrage zur Lehre der Philosophie Die UNESCO hatte 1951 und 1952 eine berühmt gewordene Untersu- chung zur Lehre der Philosophie durchgeführt, insbesondere zu deren Ort in den Unterrichtssystemen verschiedener Länder, zur Rolle bei der Bil- dung des Bürgers und zur Bedeutung für die Suche nach einem besseren Verständnis zwischen den Menschen.67 Der Abschlussbericht war von Georges Canguilhem, dem jungen, als Widerstandskämpfer ausgezeich- neten Generalinspektor für Philosophie in Frankreich, angeregt und von Jacques Havet – er war als Mitglied der UNESCO-Abteilung für Philoso- phie und Geisteswissenschaften selbst an der Untersuchung beteiligt – mit einer allgemeinen Analyse der durch die Lehre der Philosophie auf- geworfenen Probleme veröffentlicht worden. Der Bericht umfasste auch eine Erklärung von Experten, welche besagte, dass die Lehre der Philoso- phie dort, wo es sie gebe, die Bedeutung zum Ausdruck bringe, welche die Gesellschaften dem philosophischen Denken beimäßen: Dort werde die Lehre der Philosophie für unverzichtbar dafür gehalten, sich die grundlegenden Probleme der Wissenschaft und der Kultur bewusst zu machen; dort gelte sie folglich als unverzichtbar auch für die Verhaltens- orientierung, die von der freien persönlichen Reflexion über die Werte des menschlichen Lebens abhängig sei....

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