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Plädoyer für das Leben

Philosophisch und theologisch

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Manfred Balkenohl

Der Wert des menschlichen Lebens und seine Unantastbarkeit gründen auf dem einzigartigen Rang der menschlichen Person, der im Begriff der Menschwürde an der Spitze unserer Verfassung sowohl Bekenntnis als auch rechtliche Markierung darstellt. Auch die Kirche erklärt die unbedingte Achtung vor dem Lebensrecht des Menschen – von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod – zu einer der Säulen, auf die sich jede bürgerliche Gesellschaft stützt (EV 101). Derzeit erleben wir eine «frontale Bedrohung der gesamten Kultur der Menschenrechte» (EV 36). Daher geht es heute darum, der «Kultur des Todes» zu widerstehen und eine «neue Kultur des Lebens» aufzubauen. Diese Inhalte wurden als Vorträge im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung ICT an der Johannes-Paul-II.-Katholischen-Universität Lublin in Tomaszów Lubelski (Polen) gehalten.

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Zur Problematik des Lebensschutzes heuteDie Achtung vor dem menschlichen Leben 39

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39 Zur Problematik des Lebensschutzes heute Die Achtung vor dem menschlichen Leben Das menschliche Leben ist heilig. Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre über die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung (1987) Was will die Theologie? Die Theologie will das Heilswirken Gottes mit den Menschen sichtbar, hörbar und annehmbar machen. Dieses Heilswirken bezieht sich nicht nur auf den Menschen, sondern auf die gesamte Schöpfungsordnung.1 Theologie hat auf Gott, den Menschen und ebenfalls auf die Schöpfung zu achten. Bei vordergründiger Betrachtung des Verhältnisses Gott - Mensch scheint es schwieriger und hindernisreicher zu sein, den unsichtbaren Gott zu vernehmen, als den sichtbaren Menschen in seiner seelischen Not und Hilfsbedürftigkeit wahrzunehmen. Dennoch ist heute der Mensch der ungleich schwerer zu erreichende Partner in der Theologie2, weil er solche Fragen stellt und Forderungen vorlegt, die mit den Mitteln und Methoden herkömmlicher Theologie nicht mehr zu bewältigen sind. Wie der Mensch in seinem Werde- und Reifungsprozess zum Glauben Manfred Balkenohl ________________________________________________ 40 kommt, ist z. B. eine solche Frage, die heute weit schwieriger zu beant- worten ist, als den Inhalt des Glaubens darzulegen.3 Einen Menschen zu ermutigen, den Mitmenschen auch in wirklich bedrohlicher Situation anzunehmen, z. B. in vorgeburtlichem Zustand, in schwerer Krankheit oder in der Altersnot, ist weitaus hindernisreicher, als dozierende Aus- künfte über Glaubensartikel zu leisten. Diese wenigen Anmerkungen machen schon deutlich, dass sich gültige Theologie keineswegs auf den Glaubensinhalt beschränken darf, sondern den Menschen in...

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