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Plädoyer für das Leben

Philosophisch und theologisch

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Manfred Balkenohl

Der Wert des menschlichen Lebens und seine Unantastbarkeit gründen auf dem einzigartigen Rang der menschlichen Person, der im Begriff der Menschwürde an der Spitze unserer Verfassung sowohl Bekenntnis als auch rechtliche Markierung darstellt. Auch die Kirche erklärt die unbedingte Achtung vor dem Lebensrecht des Menschen – von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod – zu einer der Säulen, auf die sich jede bürgerliche Gesellschaft stützt (EV 101). Derzeit erleben wir eine «frontale Bedrohung der gesamten Kultur der Menschenrechte» (EV 36). Daher geht es heute darum, der «Kultur des Todes» zu widerstehen und eine «neue Kultur des Lebens» aufzubauen. Diese Inhalte wurden als Vorträge im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung ICT an der Johannes-Paul-II.-Katholischen-Universität Lublin in Tomaszów Lubelski (Polen) gehalten.

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Krankheit, Leid, Sterben, Tod. Die christliche Perspektive 65

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65 Krankheit, Leid, Sterben, Tod Die christliche Perspektive Der christliche Sinn von Krankheit, Leid, Sterben und Tod kommt nir- gendwo deutlicher zum Ausdruck als beim Apostel Paulus. Sein großes Thema in allen seinen Briefen ist die Liebe Gottes zu den Menschen, die in Jesus Christus sichtbar geworden ist und die Menschen zur Gegenlie- be verpflichtet. Wenn Paulus z. B. die Worte spricht: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“, (Gal 2,19-29) dann macht er eine zentrale Aussage über die wirkliche Anwesenheit Jesu Christi im Christen. Wenn die Christen sich schon früh als solche benannten, der Christ sich also als Christus bezeichnete, dann tat er seine Überzeugung kund, dass er nicht nur im Namen Christi in der Welt wirkte, also ganz nah bei Christus war, sondern dass darüber hinaus durch ihn Christus selbst weiter wirkte im liebenden Umgang etwa mit den Kranken, den Armen, den Hilfs- und Mittellosen, den Bedrängten, den Verzweifelten, den Verachteten, den Missbrauchten und Misshandelten. Lukas nennt ausdrücklich noch diejenigen, „die jetzt Hunger“ haben (Luk 6,21). Heute muss auch der konsequente Einsatz für das Leben von der Empfängnis bis zum natürli- chen Tod genannt werden. Durch den Christen strahlt und wirkt Chris- tus selbst in die Welt hinein, die Freude an Gott und die Freude am Nächsten verschmelzen zur Einheit, die Liebe Gottes manifestierte und manifestiert sich durch den Christen in der Welt. Die Aussage des Völkerapostels bekundet nicht nur eine tiefe Zuver- sicht...

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