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Plädoyer für das Leben

Philosophisch und theologisch

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Manfred Balkenohl

Der Wert des menschlichen Lebens und seine Unantastbarkeit gründen auf dem einzigartigen Rang der menschlichen Person, der im Begriff der Menschwürde an der Spitze unserer Verfassung sowohl Bekenntnis als auch rechtliche Markierung darstellt. Auch die Kirche erklärt die unbedingte Achtung vor dem Lebensrecht des Menschen – von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod – zu einer der Säulen, auf die sich jede bürgerliche Gesellschaft stützt (EV 101). Derzeit erleben wir eine «frontale Bedrohung der gesamten Kultur der Menschenrechte» (EV 36). Daher geht es heute darum, der «Kultur des Todes» zu widerstehen und eine «neue Kultur des Lebens» aufzubauen. Diese Inhalte wurden als Vorträge im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung ICT an der Johannes-Paul-II.-Katholischen-Universität Lublin in Tomaszów Lubelski (Polen) gehalten.

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Kommentar zur Enzyklika „Evangelium vitae“ 97

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97 Kommentar zur Enzyklika „Evangelium vitae“ „Evangelium vitae“, die „Frohe Botschaft vom Leben“, steht heute in einem gar nicht zu übersehenden Gegensatz zu jener „Kultur des Todes“, die unsere Welt weitgehend beherrscht und die in dieser epochal wichti- gen Enzyklika mehrfach genannt und analysiert wird. Eine Enzyklika ist, wie die Bezeichnung andeutet, ein Rundschreiben. Das Wort taucht als Fachausdruck für ein päpstliches Dokument bereits im 7. Jahrhundert auf. Enzykliken sind, wenn sie sich an die Gesamtkir- che wenden, Ausdruck der obersten Lehrgewalt des Papstes und werden vorgelegt, damit sie mit positiver, innerer und sicherer Zustimmung aufgenommen werden. An sich sind Enzykliken – wenngleich sie Äuße- rungen des ordentlichen Lehramtes sind – noch keine ex-cathedra- Entscheidungen. Was diese Frage bei der vorliegenden Enzyklika anbe- trifft, gibt es allerdings eine Besonderheit, auf die ich noch zurückkom- men werde. Enzykliken werden mit den Anfangsworten (meist zwei) zitiert, die oftmals den Inhalt schon andeuten. Der Inhalt dieses pastoralen Sen- dungsschreibens wird mit den Worten „Evangelium vitae“ nicht nur angedeutet, sondern es wird bereits die Mitte dessen angezielt, was ange- sichts der neuen Bedrohungen des menschlichen Lebens notwendig ist, und zwar im ursprünglichen Sinne des Wortes, die Not des heute leben- den Menschen zu wenden und ihn wieder sensibel zu machen für den hohen und höchsten Wert des Lebens, ja für dessen Heiligkeit, und ihn zu befähigen, seiner Bestimmung gemäß zu leben und zu handeln. Neue Bedrohungen des Menschen Die erschütternden Vermehrungen und Verschärfungen der Bedrohun-...

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