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Von der Freizeitplanung zur Kulturpolitik

Eine Bilanzierung von Gewinnen und Verlusten

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Dieter Kramer

Alle Parteien versprachen in den 1960er Jahren großzügige Programme zur Freizeitplanung. Die Freizeitpädagogik wollte die Menschen vorbereiten auf die Freizeitgesellschaft, in der die Arbeit beiläufig erledigt wird und freie Zeit dominiert. Dann aber zehren Krisen, Konsumwettbewerb, Globalisierung und Arbeitslosigkeit die Produktivitätsgewinne auf. Freizeitpolitik verschwindet, die für alle nutzbare Infrastruktur für Freizeit und Erholung wird zugunsten einer Kulturpolitik für die alten und neuen Bildungsschichten vernachlässigt. Verloren sind die demokratischen Dimensionen der Freizeitpolitik. Der allzu kontur- und inhaltlose Freizeitbegriff kann nicht wieder belebt werden. Interessanter ist daher die Beschäftigung mit einer neuen sozialkulturellen Strukturpolitik, bei der die Kulturpolitik sich als Teil einer demokratischen Gesellschaftspolitik neu erfindet.

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Einleitung 9 1. Freie Zeit als eigentlicher menschlicher Reichtum 13 1.1 Gesellschaftliche Arbeit und disponible Zeit 13 1.2 Regeneration, Reproduktion und Muße 15 2. Zur Geschichte der Freizeitpolitik 17 2.1 Zeiteinteilungen in der Vergangenheit 17 2.2 Sozialreform und Freizeitpolitik 18 2.3 Freizeitpolitik und Freizeitpädagogik in der Zwischenkriegszeit 21 3. Die Vision einer arbeitspolaren Freizeitgesellschaft 27 3.1 Versprechungen des Wirtschaftwunders 27 3.2 Nur 40 000 Stunden Lebensarbeitszeit? 30 3.3 Arbeitspolarer Freizeitbegriff oder ganzheitliche Lebenstätigkeit und Tätigkeitsgesellschaft 34 3.4 Zeitbudget-Forschung 39 3.5 Freizeit- und Konsumerziehung 41 4. Die Deutsche Gesellschaft für Freizeit 45 4.1 Das Programm einer affirmierenden Freizeitpädagogik 45 4.2 Freizeit zwischen Planung und Freiheit 45 4.3 Suchbewegungen der DGF 47 5. Konjunktur und Zerfall der reformorientierten Freizeitpädagogik 49 5.1 Zwischen Reform und Affirmation 49 5.2 Die Protagonisten und Dioskuren der Freizeitpädagogik 50 5.3 Von der Sozialpädagogik zur Freizeitberatung 51 5.4 Freizeit als Emanzipationszeit 52 5.5 Zusatzqualifikation oder eigener Ausbildungsgang? 54 5.6 Neue Arbeitsfelder: Anreicherung gesucht 57 5.7 Tourismus und Wellness 58 5.8 Internationale Beispiele und Vorbilder 61 6 Von der Freizeitplanung zur Kulturpolitik 5.9 Überlegungen zum Selbstverständnis der Freizeitpädagogik in der Krise 64 5.10 Sozialpädagogik und Freizeitpädagogik neu vermessen 71 6. Die Linke und die Freizeitgesellschaft 73 6.1 Die philosophische Radikalkritik 73 6.2 Vermittlungsversuche bei Jürgen Habermas und Kaspar Maase 75 6.3 Zwischen Radikalkritik und Opportunismus: Die antiautoritäre Linke 78 6.4 Asketische Tendenzen der Linken 80 7. Gemeinsame Themen der affirmierenden, reformorientierten und linken Akteure...

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