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Rezeption von Sportveranstaltungen durch Fans

Eine empirische Exploration erlebnis- und verhaltensbezogener Faktoren und ihrer soziologischen Rahmenbedingungen am Beispiel von Spielen der Fußball-Bundesliga

Thomas Nern

Der Fußballsport übt eine faszinierende Wirkung auf breite Schichten der Bevölkerung aus. In Deutschland und anderen Ländern erreichen die Zuschauerzahlen bei Spielen der höchsten Liga historische Maxima. Zu dieser Entwicklung steuerten neben innovativer Stadionarchitektur auch zunehmende und unter vielen Fans durchaus nicht unumstrittene «Mediatisierungen» und «Eventisierungen» bei. Die Studie geht in einer empirischen Analyse diesen Prozessen auf der Grundlage eines mehrschichtigen methodischen Ansatzes nach und stellt die besonderen Kennzeichen unmittelbarer Rezeption des Fußballsports im Stadion den indirekten Betrachtungsmöglichkeiten entgegen. Eine zentrale Schlussfolgerung der Arbeit lautet, dass eine mediale Substituierbarkeit des «Stadionerlebnisses» unwahrscheinlich ist. Gleichwohl sollte bei einer weiteren Kommerzialisierung des Fußballsports die Interessenlage der Fans unbedingte Berücksichtigung finden, um den Reiz dieser Sportart und deren besondere Dramaturgie aufrecht zu erhalten.

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2. Theoretische Grundlagen und Hypothesenbildung 52

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Abschnitt 2 52 2. Theoretische Grundlagen und Hypothesenbil- dung 2.1 Grundsätzliches Aufgrund der „völkerverbindenden“ Dimension des Fußballsports wäre eine ausführliche Deskription aller diesbezüglich relevanten Forschungs- historie zu umfangreich.132 Denn beim Fußballsport handelt es sich um ein disziplinübergreifendes Thema von globaler Tragweite mit einem ho- hen medialen Impetus. Mit der historischen Entwicklung insbesondere des „westlichen“ Fußballgeschehens der letzten vier bis fünf Jahrzehnte hatte sich in einem solchen Kontext insbesondere Fabio Chisari befasst, wobei dieser Autor den „turning point“ in Richtung einer „Globalisierung“, einer medial immer aufwändigeren Inszenierung des Fußballsports und der Ausformung eines genuinen Wirtschaftszweiges in der in England 1966 ausgetragenen WM verortete.133 Autoren wie Bertling verwiesen hinsichtlich des deutschen Fußballsports auf Änderungen im Rollen- selbstbild der Sportjournalisten und Kommentatoren, was wiederum seit den 1980er Jahren mit einer viel stärkeren Unterhaltungsausrichtung in den Sportberichten (Medien) einhergegangen sein soll.134 Gerade der Fußballsport ermöglicht als Massensportart wie keine andere Sportart eine Positionsbestimmung im Hinblick auf aktuelle gesellschaft- liche Trends und Entwicklungstendenzen. Er steht im Mittelpunkt zwi- schen Althergebrachtem und Neuem und lässt zukünftige soziale Ent- wicklungen und oft sogar auch weltpolitische Tendenzen erahnen.135 So 132 S. diesbezüglich bspw. die Publikation von Eisenberg, C.; Lanfranchi, P.; Ma- son, T.; Wahl A. (2004). FIFA 1904-2004 – 100 Jahre Weltfußball. Göttingen (in diesem Werk wird anhand mehrerer Einzelbeiträge die Entwicklung des interna- tionalen und deutschen Fußballs historisch und soziologisch analysiert). Vgl. ferner Eisenberg, C....

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