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Rezeption von Sportveranstaltungen durch Fans

Eine empirische Exploration erlebnis- und verhaltensbezogener Faktoren und ihrer soziologischen Rahmenbedingungen am Beispiel von Spielen der Fußball-Bundesliga

Thomas Nern

Der Fußballsport übt eine faszinierende Wirkung auf breite Schichten der Bevölkerung aus. In Deutschland und anderen Ländern erreichen die Zuschauerzahlen bei Spielen der höchsten Liga historische Maxima. Zu dieser Entwicklung steuerten neben innovativer Stadionarchitektur auch zunehmende und unter vielen Fans durchaus nicht unumstrittene «Mediatisierungen» und «Eventisierungen» bei. Die Studie geht in einer empirischen Analyse diesen Prozessen auf der Grundlage eines mehrschichtigen methodischen Ansatzes nach und stellt die besonderen Kennzeichen unmittelbarer Rezeption des Fußballsports im Stadion den indirekten Betrachtungsmöglichkeiten entgegen. Eine zentrale Schlussfolgerung der Arbeit lautet, dass eine mediale Substituierbarkeit des «Stadionerlebnisses» unwahrscheinlich ist. Gleichwohl sollte bei einer weiteren Kommerzialisierung des Fußballsports die Interessenlage der Fans unbedingte Berücksichtigung finden, um den Reiz dieser Sportart und deren besondere Dramaturgie aufrecht zu erhalten.

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3. Methodik 84

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Abschnitt 3 84 3. Methodik 3.1 Grundvoraussetzungen und methodische Mehrdi- mensionalität Wie zuvor bereits umrissen, existieren bereits eine Reihe von Studien zur empirischen Analyse der Rezeption von im Fernsehen dargebotenen Fußballspielen. Teils sind diese Studien eher auf einer „Mikroebene“ an- zusiedeln209, etwa bei Versuchen, aus der Ergebnisrelevanz von Spiel- szenen bzw. -sequenzen das Verharren versus Wegschalten der Fern- sehübertragung durch die Zuschauer zu prognostizieren, um auf diese Weise – unter Berücksichtigung beispielsweise auch der Geschlechtszu- gehörigkeit der Zuschauer – die Attraktivität von Fernsehfußballszenen zu erschließen.210 Vorliegend soll sich jedoch wie beschrieben der Un- tersuchungsfokus nicht auf die Rezeption von Fußball-Fernsehübertra- gungen, sondern auf einem Wirkungsvergleich zwischen Stadionbesuch (Fans) und Fernsehen (Fans) richten.211 In einigen bisherigen Studien wurden zur Beurteilung der Rezeption von Fußball (im Fernsehen) nur simplifizierte Prä-/Postbefragungen und Mo- tiv- sowie Erlebensskalen herangezogen.212 An diese Kritik anknüpfend wurde in der vorliegenden Untersuchung im Hinblick auf die Auswahl der Messverfahren eine methodische Breitbandigkeit angestrebt (also nicht eindimensionale, sondern multimodale Messung mit einer somit mög- lichst nicht zu stark umgrenzten Abdeckung der Erlebnis- und Verhal- tenswelten der involvierten Untersuchungsteilnehmer). Die ausgewählten Messebenen und die Untersuchungsanlage sollten daher dazu geeignet sein, die als relevant eingestuften Einzelfragen bzw. die Hypothesen und 209 Vgl. auch Beyer, T. (2006). Determinanten der Sportrezeption. Erklärungsmo- dell und kausalanalytische Validierung am Beispiel der Fußballbundesliga. Wiesbaden, S. 30 ff. 210 Vgl. etwa Weber und Gehrau, 2004, S. 143 ff. 211 Was wiederum methodisch wie...

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