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Rezeption von Sportveranstaltungen durch Fans

Eine empirische Exploration erlebnis- und verhaltensbezogener Faktoren und ihrer soziologischen Rahmenbedingungen am Beispiel von Spielen der Fußball-Bundesliga

Thomas Nern

Der Fußballsport übt eine faszinierende Wirkung auf breite Schichten der Bevölkerung aus. In Deutschland und anderen Ländern erreichen die Zuschauerzahlen bei Spielen der höchsten Liga historische Maxima. Zu dieser Entwicklung steuerten neben innovativer Stadionarchitektur auch zunehmende und unter vielen Fans durchaus nicht unumstrittene «Mediatisierungen» und «Eventisierungen» bei. Die Studie geht in einer empirischen Analyse diesen Prozessen auf der Grundlage eines mehrschichtigen methodischen Ansatzes nach und stellt die besonderen Kennzeichen unmittelbarer Rezeption des Fußballsports im Stadion den indirekten Betrachtungsmöglichkeiten entgegen. Eine zentrale Schlussfolgerung der Arbeit lautet, dass eine mediale Substituierbarkeit des «Stadionerlebnisses» unwahrscheinlich ist. Gleichwohl sollte bei einer weiteren Kommerzialisierung des Fußballsports die Interessenlage der Fans unbedingte Berücksichtigung finden, um den Reiz dieser Sportart und deren besondere Dramaturgie aufrecht zu erhalten.

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4. Ergebnisse 114

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Abschnitt 4 114 4. Ergebnisse 4.1 SD-Resultate 4.1.1 SD-Komponenten: Faktorenanalytische Resultate Nachfolgend werden die Resultate der realisierten Faktorenanalysen294 dargestellt, auf deren Grundlagen die Faktorwerte der Untersuchungsteil- nehmer berechnet werden konnten. Um messtheoretische Artefakte zu minimieren, wurden die Faktorenanalysen getrennt nach den beiden Re- zeptionsbedingungen und zwecks Gewährleistung von Vergleichbarkeit auch getrennt nach dem Erhebungszeitpunkt (vor dem Spiel, nach dem Spiel, nach Spielende) berechnet. Zudem waren alle SD-Rückmeldungen einheitlich in der Weise kodiert worden, dass eine positive Komponentenausprägung auf der fünfstufi- gen SD-Skala stets auch das positive Vorzeichen (+) und vice versa eine negative Komponentenausprägung einen negativen Skalenwert erhielt. Dies sei anhand des Beispiels des Begriffspaares „Ruhe-Bewegung“ er- läutert. Gemäß der SD-Konstruktion drückt der „Bewegungspol“ Aktivität (also positive Erregung) aus; die hier vorgenommenen Wertungen von Probanden waren also mit +1 bis +5 zu kodieren. Hingegen indiziert der „Ruhepol“ gleichsam die Umkehrung von Erregung und die diesbezügli- chen Angaben der Probanden waren mit -1 bis -5 zu verrechnen. Aus diesem Vorgehen resultierte im Übrigen, dass die Itemladungen auf den verschiedenen Faktoren grundsätzlich nicht negativ sein konnten, was die Interpretierbarkeit der jeweiligen Faktorlösungen erleichterte. Bei den nachfolgenden Tabellen wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit der po- sitiv-aktive Pol jedes Begriffspaares jeweils zuerst genannt. 294 Hauptkomponentenanalyse (PCA, principal components analysis) mit Varimax- rotation; zur Vorgehensweise vgl. Bortz, 1985, S. 667 ff. Das gewählte Vorge- hen ist bei Faktorenanalysen durchaus üblich, da die Varimaxrotation die Inter- pretierbarkeit des Endergebnisses erleichtert. Die messtheoretische Einschr...

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