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Rezeption von Sportveranstaltungen durch Fans

Eine empirische Exploration erlebnis- und verhaltensbezogener Faktoren und ihrer soziologischen Rahmenbedingungen am Beispiel von Spielen der Fußball-Bundesliga

Thomas Nern

Der Fußballsport übt eine faszinierende Wirkung auf breite Schichten der Bevölkerung aus. In Deutschland und anderen Ländern erreichen die Zuschauerzahlen bei Spielen der höchsten Liga historische Maxima. Zu dieser Entwicklung steuerten neben innovativer Stadionarchitektur auch zunehmende und unter vielen Fans durchaus nicht unumstrittene «Mediatisierungen» und «Eventisierungen» bei. Die Studie geht in einer empirischen Analyse diesen Prozessen auf der Grundlage eines mehrschichtigen methodischen Ansatzes nach und stellt die besonderen Kennzeichen unmittelbarer Rezeption des Fußballsports im Stadion den indirekten Betrachtungsmöglichkeiten entgegen. Eine zentrale Schlussfolgerung der Arbeit lautet, dass eine mediale Substituierbarkeit des «Stadionerlebnisses» unwahrscheinlich ist. Gleichwohl sollte bei einer weiteren Kommerzialisierung des Fußballsports die Interessenlage der Fans unbedingte Berücksichtigung finden, um den Reiz dieser Sportart und deren besondere Dramaturgie aufrecht zu erhalten.

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5. Gesamtdiskussion der empirischen Befunde, Abgleich mit den Eingangshypothesen und Ausblick 190

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Abschnitt 5 190 5. Gesamtdiskussion der empirischen Befunde, Abgleich mit den Eingangshypothesen und Ausblick Der moderne Fußball findet in den meisten Gesellschaften, sowohl in den „westlichen“ als auch weniger entwickelten Regionen der Welt, in der Bevölkerung reges Interesse. In den höheren Ligen kann diese Sportart unter ihren Anhängern ein beträchtliches Zusammengehörigkeitsgefühl stiften, jedoch auch als Anlass für Krawalle oder Gewaltausbrüche die- nen. Namentlich der Fußballsport „macht“ mitunter regelrecht Geschich- te, so beispielsweise im Rahmen der Weltmeisterschaft im Jahre 1954, als das DFB-Team im Finale gegen die für unschlagbar gehaltenen Un- garn obsiegte – unvergessen und geradezu zur eigentlichen Geburts- stunde der Bundesrepublik Deutschland mythologisiert. Der Fußballsport und die Fußballbundesliga ziehen nach wie vor ein ho- hes Interesse auf sich. An einem Spieltag der Bundesliga mit ihren ins- gesamt 9 Partien finden sich gegenwärtig zumeist 300.000 bis 400.000 Menschen in den jeweiligen Stadien. Von einer sowohl gesellschaftlichen als auch wirtschaftlichen Relevanz dieses Sports ist insofern zwingend auszugehen. Er durchdringt zweifellos die Medien sowie öffentliche Dis- kussionen in hohem Maße. Die Steigerung des Interesses am Stadionbesuch hat sich dabei in den letzten beiden Dekaden noch deutlich gesteigert, wie beispielsweise der Zuwachs der durchschnittlichen Besuchszahlen pro Spiel seit Mitte der 1990er Jahre bis zur Gegenwart um etwa ein Drittel unterstreicht.395 Die- ser Effekt ist – neben der zweifellos gegebenen Faszination des Fuß- ballsports selbst – sicherlich in beträchtlichem Maße auch auf Maßnah- men zur Verwirklichung einer modernen...

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