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Kernberufe

Ein Baustein für ein transnationales Berufsbildungskonzept

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Georg Spöttl and Jessica Blings

Die europäische Diskussion zur Gestaltung einer länderübergreifenden Berufsbildungspolitik konzentriert sich vorrangig auf einzelne Instrumente, die kaum in der Lage sein dürften, den eigenen Anspruch, nämlich einen europäischen Berufsbildungsraum zu gestalten, einzulösen. Der Grund dafür ist, dass diese Instrumente nur einzelne Facetten von dem zum Gegenstand haben, was Berufsbildung und eine Berufsbildungspolitik ausmachen. Im Buch Kernberufe wird deshalb ein Vorschlag entwickelt, wie europäische Kernberufe dazu beitragen können, einen europäischen Bildungsraum mitzugestalten. Die Idee für europäische Kernberufe basiert auf einem arbeitsprozessbezogenen Ansatz, der Arbeit und Bildung umfassend betrachtet, und der als Grundkonzept für Berufsbildungsprofile geeignet ist, die in allen europäischen Ländern relevant sind. Der Arbeitsprozessbezug garantiert dabei die Verbindung zu den Herausforderungen des Arbeitsmarktes, aber auch zu den übergeordneten Bildungsansprüchen von Mitgliedern moderner Gesellschaften.

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Einleitung 9

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Einleitung Die Berufsbildungssysteme in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind gekennzeichnet durch eine große Vielfalt, Heterogenität und Unübersicht- lichkeit hinsichtlich ihrer strukturellen, funktionalen, organisatorischen und so- ziokulturellen Merkmale. Die Heterogenität äußert sich insbesondere in den re- lativ weit verbreiteten und unterschiedlichen berufsbildenden Strukturen „Dua- les System der Berufsausbildung“ (Deutschland, Schweiz, Österreich), Vollzeit- schulische Berufsbildung in staatlichen Institutionen (Frankreich), Ausbildung auf Basis modularisierter Modelle, „training on the job“, „Modern Apprentice- ship“ (England, Schottland, Irland) sowie einiger Mischformen genannter An- sätze. Dieser mit den langfristigen Zielen der EU nicht unbedingt vereinbare Tatbestand hat sich durch die Aufnahme weiterer europäischer Staaten in die EU in den letzten Jahren ausgeweitet. Man kann aber davon ausgehen, dass die Be- rufsbildungssysteme in den Ländern der EU eine grundlegend gleiche Aufgabe und Funktion zu erfüllen haben, nämlich die Ausbildung und Weiterbildung bzw. die Qualifikation der Jugendlichen und Berufstätigen voran zu bringen und sie für einen Arbeitsplatz und gesellschaftlich wichtige Aufgaben zu qualifizie- ren und zu bilden. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Europäisierung und Globalisierung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes steht Europa vor der Auf- gabe, hinsichtlich europäischer berufsbildender Strukturen zumindest einen für alle Länder der EU akzeptablen „kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen“ (Münk 2006, S. 547), zu diskutieren und letztlich zu etablieren und gleichzeitig aber die gewachsenen nationalen Besonderheiten zu erhalten.. Damit soll dem sozialen Wandel durch Globalisierung, Internationalisierung, technologischen Fortschritt, Qualifikationsanforderungen und demografischen Wandel und des- sen Auswirkungen...

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