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Arbeit – ein Weg zum Heil?

Vorstellungen und Bewertungen körperlicher Arbeit in der spätantiken und frühmittelalterlichen lateinischen Exegese der Schöpfungsgeschichte

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Fabian Rijkers

Diese mentalitätsgeschichtliche Arbeit beschäftigt sich mit den Vorstellungen und Bewertungen körperlicher Arbeit in der Spätantike und im frühen Mittelalter. Als Grundlage dient eine bisher in diesem Zusammenhang kaum beachtete Quellengattung: Die lateinische Genesisexegese, die für die Menschen der behandelten Zeit eine große Bedeutung hatte. Unter Verwendung einer philologisch-hermeneutischen Methode wird die Auslegung der Schöpfungsgeschichte untersucht, in der die körperliche Arbeit einerseits als freudige Fortführung des Schöpfungswerks und andererseits als Strafe für den Sündenfall dargestellt wird. Die körperliche Arbeit wird von den Exegeten religiös erhöht und als ein Weg zum Heil, als eine Chance zur Erlangung eines besseren Jenseits verstanden.

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6. CONCLUSIO -271

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271 6. Conclusio Um die vorliegende Untersuchung abzuschließen, ist es notwendig, noch einmal an den Anfang zurückzukehren, und zwar zur Auswahl der in Betracht gezogenen Genesisverse. Diese haben sich hinsichtlich des Aspekts körperliche Arbeit als eine durchaus gute Wahl erwiesen. Die Interpretationen der betrachteten Bibelpassagen lieferten tatsächlich vieles zum Thema körperliche Arbeit. Allerdings ist hierbei ein Abstrich zu machen. Der Genesisvers 1,28, der sogannte Schöpfungssegen, in dem Gott dem Menschen aufträgt, sich die Welt untertan zu machen, wurde von keinem der Exegeten der behandelten Periode dazu genutzt, ihn in Hinsicht auf den Aspekt körperliche Arbeit zu interpretieren. Wie man gesehen hat, ist es durchaus so, daß die Arbeit des Menschen als eine Mitarbeit an der Schöpfung nach göttlicher Absicht interpretiert wurde. Dies aber nicht im Zusammenhang mit dem Genesisvers 1,28. Es ist hier also festzuhalten, daß diese Interpretation besagten Verses erst später aufgekommen sein, wenn nicht gar als eine neuzeitliche Interpretation angesehen werden muß. In diesem Falle wäre es also notwendig, den Untersuchungsrahmen stark auszudehnen, um zu versuchen, genau zu bestimmen, welcher Exeget die Interpretation des Verses 1,28 das erste Mal dahin gelenkt hat, hier einen Auftrag für die Arbeit des Menschen am Schöpfungswerk zu sehen. Was nun die Vorstellungen und Bewertungen von körperlicher Arbeit in der behandelten Periode anbelangt, so hat sich gezeigt, daß das Denken der christlichen Exegeten von einer Ambivalenz bestimmt war. Die körperliche Arbeit ist für...

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