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Schwierige sprachliche Strukturen

Aufsätze zur deutschen Grammatik

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Bernhard Engelen

Dieses Buch enthält 13 Aufsätze zu schwierigeren Problemen der deutschen Sprache. Die Thematik ist breit gestreut und umfasst auch kontrastive sowie sprachgeschichtliche und sprachdidaktische Fragestellungen. Besonders ausführlich wird der Bereich der Richtungselemente und der der substantivischen Attribute behandelt, ersterer auch im Kontrast zum Japanischen. Weitere Themen: agentiv verwendete Adjektive, die Syntax der performativen Verben, die Syntax des Verbs wissen, die Grammatik der Stoffbezeichnungen und anderes mehr. Die Aufsätze befassen sich vor allem mit solchen Strukturen des Deutschen, die trotz ihrer Wichtigkeit in der einschlägigen Literatur noch immer eine nur unzureichende Aufmerksamkeit gefunden haben.

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B. Genitivattribute

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Zum Beispiel das Genitivattribut Die Beschäftigung mit dem Genitivattribut ist für Sprachwissenschaftler sehr in- teressant, ja geradezu reizvoll. Der Hauptgrund hierfür liegt darin, daß die Kon- struktion „Nomen + Nomen im Genitiv“ eine große Zahl syntaktischer Be- deutungen hat und vielfältige Beziehungen zu anderen Konstruktionen, z.B. zu von-Gefügen, Appositionen und Komposita. Von großem Interesse und Reiz ist auch die Geschichte der Beschreibung der einzelnen Funktionen, und hier ist noch viel zu entdecken, vor allem im Hoch- und Spätmittelalter, aber keines- wegs nur da. Und von Interesse sind auch die schon im 18. Jahrhundert einset- zenden Diskussionen über die faktische oder angebliche Verdrängung des Geni- tivattributs durch von-Gefüge. Die Beschäftigung mit diesem Attribut ist so inte- ressant und reizvoll, daß man sich wundert, daß es nur so relativ wenige Arbei- ten zu diesem Bereich gibt. Damit ist natürlich nicht impliziert, daß dieses Attribut auch für den Sprachun- terricht - speziell für den primärsprachlichen - von nennenswertem Interesse bzw. von Bedeutung ist. Die Interessenlage und die Möglichkeiten der Schule sind bekanntlich durch drei Vorgaben festgelegt: 1. durch die sprachlichen Fähigkeiten der Schüler, mit denen man es je- weils zu tun hat, und von der Zielvorstellung, die man hier hegt; 2. durch den in den Richtlinien empfohlenen Grammatiklernstoff; 3. durch den enormen Zeitmangel. Es versteht sich von selbst, daß man unter diesen Bedingungen in der Schu- le nur sehr kleine Ausschnitte aus dem Gesamtkomplex des...

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