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Kindermord und «Kinderfachabteilungen» im Nationalsozialismus

Gedenken und Forschung

Edited By Lutz Kaelber and Raimond Reiter

Das Thema «Kinderfachabteilungen» wird in seinen vielseitigen Dimensionen dargestellt. Dabei handelte es sich im Zweiten Weltkrieg um etwa 30 Tötungsstätten in der Psychiatrie und anderen Heileinrichtungen im «Großdeutschen Reich», in denen über 5.000 geistig und körperlich behinderte Kinder umgebracht wurden. Vorgestellt wird die aktuelle Gedenkkultur in diesem Bereich und es werden Fragestellungen der Forschung vorgestellt, die auch für andere Opfergruppen relevant sind. Weiterhin werden Details der NS-Verbrechen in den «Kinderfachabteilungen» dargestellt. Den Herausgebern ist es gelungen, fachkundige Autoren zu den Tötungsstätten in Hamburg, Lüneburg, Stuttgart, Waldniel, Wiesloch und auf dem Eichberg sowie einer Ausstellung zum Thema in Korbach zu gewinnen. Der Band ist mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet.

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„Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke …“. Eine Ausstellung zum Thema NS-„Euthanasie“ in Waldeck-Frankenberg im Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach (Wilhelm Völcker-Janssen. Wolfgang Werner) - 169

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„Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke …“ Eine Ausstellung zum Thema NS-„Euthanasie“ in Waldeck-Frankenberg im Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach Wilhelm Völcker-Janssen. Wolfgang Werner Ihr Leben ist absolut zwecklos, aber sie empfinden es nicht als unerträglich. Für ihre Angehörigen wie für die Gesellschaft bilden sie eine furchtbar schwere Belastung. Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke … Karl Binding / Alfred Erich Hoche (1920) Das leibliche Leben, das wir ohne unser Zutun empfangen, trägt in sich das Recht auf seine Erhaltung. Dietrich Bonhoeffer (1940) Selbsthass führt dazu, andere zu reduzieren, um durch Rache am Menschsein ein ei- genes Sein zu erhalten. Arno Gruen (1993) Einleitung Am 1. September 2009 war es 70 Jahre her, dass Adolf Hitler mit dem soge- nannten „Euthanasie“-Erlass, den er wahrscheinlich im Oktober 1939 unter- schrieb und auf den 1. September rückdatieren ließ, die systematische Ermor- dung von Menschen, die als „lebensunwert“ deklariert wurden, freigab. Zwi- schen 200.000 und 300.000 psychisch kranke oder geistig behinderte Menschen starben zwischen 1939 und 1945 in Gaskammern, durch tödliche Medikamen- tengaben oder Unterernährung. Darüber hinaus wurden etwa 400.000 Menschen zwangssterilisiert. Unter den Opfern der NS-„Euthanasie“ waren auch Bürgerin- nen und Bürger – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – aus der Region Wal- deck-Frankenberg: Menschen, die hier geboren wurden, hier lebten, in Einrich- tungen betreut wurden oder zwangsweise in Fabriken und auf Bauernhöfen ar- beiten mussten - Menschen, die systematisch erfasst und in Hadamar bei Lim- burg...

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