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Der Westliche Balkan zwischen Marginalisierung und EU-Integration

Historische, kulturelle und politische Perspektiven

Edited By Julia Kowalski and Tobias Schneider

Unter dem Begriff des Westlichen Balkans werden heute die Länder des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien und Kosovo) sowie Albanien zusammengefasst. Trotz der fortschreitenden Annährung dieser Länder an die Europäische Union ist das Wissen über die Region meist nur schwach ausgeprägt, oft dominieren Vorurteile das Bild. Der Sammelband spannt thematisch und zeitlich einen weiten Bogen. Die von anerkannten Experten verfassten Beiträge befassen sich aus historischer, kultureller und politischer Perspektive mit dem Westlichen Balkan und vermitteln so nicht nur ein umfassendes Bild dieser Region, sondern fördern auch das Verständnis für eine der faszinierendsten Gegenden Europas.

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Edgar Hösch - Die Großmächte und Südosteuropa vor 1914 33

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33 Edgar Hösch Die Großmächte und Südosteuropa vor 1914 Eine kritische Behandlung der Balkanthematik in Geschichte und Gegenwart ist durch die grundsätzliche Befangenheit eines jeden Außenstehenden belastet. Dieser Vorbehalt gilt auch für Historiker. Gängige Umschreibungen wie das sprichwörtliche Pulverfass Balkan bzw. balkanische Zustände halten Vorurteile und Klischees mit pejorativem Beigeschmack am Leben. Der Zeitgenosse der Türkenkriege Johann Wolfgang von Goethe bezieht sich in der Eingangsszene zu seinem "Faust" auf diese Stammtischperspektive und lässt einen "Bürger" beim Osterspaziergang vor den Toren der Stadt über Krieg und Kriegsgeschrei „hinten, weit, in der Türkei“ sinnieren, wo die Völker auf einander schlagen, während er abends froh nach Haus zurückkehrt und „Fried' und Friedenszeiten“ segnet. Den gleichen Sachverhalt umschreibt in der Mitte des 19. Jahrhunderts am Vorabend des internationalen Orientkonfliktes, der zum Krim-Krieg führen sollte, ein Leitartikel „Die türkische Frage“ in der "New-York Daily Tribune" mit den sarkastischen Worten: „Es ist noch nicht lange her, daß sich das westeuropäische Publikum und die Amerika- ner ein annähernd genaues Urteil über die türkischen Angelegenheiten bilden konnten. Bis zur griechischen Insurrektion war die Türkei in jeder Hinsicht Terra incognita , und die im Umlauf befindlichen allgemeinen Vorstellungen gründeten sich mehr auf die Märchen aus "Tausendundeiner Nacht" als auf irgendwel- che historische Tatsachen. Wohl rühmten sich die offiziellen Diplomaten, die selbst im Lande gewesen waren, genauerer Kenntnisse; allein da keiner von ihnen sich die...

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